Gerd Wohlenberg liest aus: „Bin bei mein Willem bis Mitternacht. Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus in Meldorf“

Buchvorstellung und Lesung

Kulturkneipe Bornholdt, Zingelstr. 14

24. Mai 2011, 20.°° Uhr

Spende für den Arbeitskreis Widerstand und Verfolgung im nationalsozialistischen Dithmarschen

Gerd Wohlenberg stellt sein Buch über Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus in Meldorf vor.
Dieses soll den Leser und die Leserin anregen, selber aktiv zu werden. Um zu verstehen, warum ein Volk sich zu solchermaßen krudem Zeug öffentlich bekennen kann, müssen wir uns mit seiner Geschichte vornehmlich der Zeit des Nationalsozialismus befassen. Schleswig-Holstein galt als Kernland Nordischer Rasse. Das Plattdeutsche erzeugte nicht nur emotionale Verbundenheit, sondern ließ auch die nationalsozialistischen Inhalte weniger brutal klingen. „Ist von Schleswig-Holstein im Allgemeinen schon bekannt, dass es dem Nationalsozialismus stärker zugetan war, als alle anderen Regionen des Deutschen Reiches, so stellt wiederum Dithmarschen innerhalb Schleswig-Holsteins gewissermaßen einen braunen ‚Leuchtturm‘ dar. Kaum sonst in Schleswig-Holstein wurde der Nationalsozialismus so freudig und früh herbeigesehnt wie hier, kaum anderswo wurde er so intensiv aufgenommen und verinnerlicht und kaum anderswo, das gilt sogar für das ‚Nachzüglerland‘ Schleswig-Holstein insgesamt, das sich hiermit sehr viel Zeit gelassen hat, so spät ‚aufgearbeitet‘ wie hier.“ (Aus dem Vorwort zum Ausstellungskatalog „Ganz Deutschland ist ein Koog – Dithmarschen im Nationalsozialismus“, 2008)

Das Buch ist ein Versuch einer Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Meldorf. Es ist als Ermunterung gedacht, selbst zu forschen, und bietet Aktionsvorschläge, wie z.B. einen Stadtrundgang und was man heute tun kann. Die Widerstandskämpfer, Opfer und Täter bekommen so Augenmerk.

Heinz Jürgen Schneider liest aus: „Tod am Hafenkai“

4. Mai 2011, 19.°° Uhr, Amtsgericht Meldorf (Saal 1), Domstr. 1

Eine Veranstaltung von „Unternehmen Leselust“ e.V. und dem Peter Panter Buchladen

Heinz Jürgen Schneider stellt seinen zweiten historischen Schleswig-Holstein-Krimi im Meldorfer Amtsgericht vor. Beflügelt vom großen Erfolg der ersten Schneider-Lesung im vorigen Jahr haben das „Unternehmen Leselust“, der Förderverein für die Stadtbücherei, und der Peter Panter Buchladen in Zusammenarbeit mit dem Amtsgericht den Hamburger Rechtsanwalt erneut eingeladen. Diesmal kommt das Werk sozusagen frisch aus der Druckerei des Boyens Buchverlages: „Tod am Hafenkai“.

Sommer 1932 in Mittelholstein. Die wirtschaftliche Not wird immer schlimmer, der Aufstieg der nationalsozialistischen Bewegung schreitet voran, Ende Juli sind Reichstagswahlen. Im Itzehoer Störhafen entdeckt ein Angler eine männliche Leiche mit eingeschlagenem Schädel, neben ihr liegen zwei sturzbetrunkene junge Männer. Bei dem Toten handelt es sich um einen Junglehrer und Laienkünstler, der als charismatisch, elitär, eitel und streitsüchtig galt. Die beiden jungen Männer sind Abiturienten, Söhne angesehener Familien der Stadt. Sind sie Verdächtige in einem Mordfall oder zumindest wichtige Zeugen? Anwalt Johannes Blum übernimmt die Vertretung des Schülers Hinrich van de Los, der für den ermittelnden Kommissar schnell zum Verdächtigen wird. Als die Nachforschungen ins Stocken geraten, versuchen Blum, seine Freundin Agnes und der befreundete Anwalt Brixen die letzten Stunden im Leben des toten Lehrers mithilfe einer „Déjà-vu-Tour“ nachzukonstruieren. Neue Hinweise finden sich, doch dann gibt es eine Wendung in dem Fall, mit der niemand gerechnet hat. Wie bei Johannes Blums erstem Fall „Tod in der Scheune“ sind der Todesfall und die Ermittlungen frei erfunden. Orte, Lokalkolorit, Lebensumstände und die zeitgeschichtlichen Fakten sind jedoch wiederum real und basieren auf umfangreichen Recherchen.

Der Erlös der Veranstaltung geht an den Förderverein für die Stadtbücherei.

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Birgit Vanderbeke liest aus: „Das lässt sich ändern“

14. März 2011, 20.°° Uhr, Ditmarsia, Süderstr. 16

Birgit Vanderbeke lebt mir ihrem Mann in Südfrankreich. Sie hat die literarische Bühne 1990 mit einem Paukenschlag betreten. „Das Muschelessen“ gewann in Klagenfurt den Ingeborg-Bachmann-Preis. Sie wurde seitdem mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet.
Ihr neues Buch „Das lässt sich ändern“ erscheint am 10. März und als Premiere wird Birgit Vanderbeke am 14. März daraus lesen und zum neunten Mal zu Gast in Meldorf sein.

Im Mittelpunkt des Romans „Das lässt sich ändern“ steht die abenteuerliche Liebesgeschichte von der Ich-Erzählerin und Adam Czupek. Gegensätzlicher könnte die Herkunft des Paares nicht sein. Sie, aus gutem Hause, Akademikerin, die die Gesellschaft eher von innen kennt. Er, aus einfachen Verhältnissen stammend, ein Handwerker, der nach Holz, Metall und Arbeit riecht, eher ein Außenseiter der Gesellschaft.
Als die Erzählerin sich in ihn verliebt, geht von da an nichts mehr seinen geraden Weg. Sie ist fasziniert, mit welcher Klugheit und Voraussicht Adam das Leben begreift. Die Eltern der Erzählerin meiden den Kontakt mit „solchen Leuten“ wie Adam einer ist, und auch ihre Freunde, die dabei sind, sich in der Mitte der Gesellschaft einzurichten, machen sich rar. Das Paar – mit mittlerweile zwei kleinen Kindern – zieht von der Stadt aufs Land, von Monopoly- nach Mysteryland, und zwar nach Ilmenstett, jottwehdeh.
Bald beginnen sie dort ein anderes Leben, mit neuen Düften und Geschmäckern, mit Plänen und Ideen, und vor allem mit verblüffenden Begegnungen. „Das lässt sich machen“ sagt Adam und alle sind mittendrin etwas zu tun, von dem sie vorher nicht die Ahnung einer Ahnung hatten. Eine ganz neue Gemeinschaft entsteht, in der das Leben miteinander geteilt werden kann.
Und nachdem die Türme der Welt zusammengekracht, die Blase geplatzt und die letzten Kriege erklärt, geht in Ilmenstett das Abenteuer in die nächste Runde.

„Das lässt sich ändern“ ist ein beglückend heller Roman über die Liebe und das Leben. In jedem neuen Abschnitt des Romans beleuchtet Birgit Vanderbeke die Personen in überraschenden Vor- und Rückblenden und so wird man als Leser mehr und mehr in eine andere Welt hineingeholt, von der man vorher keine Ahnung hatte, dass sie überhaupt möglich sein könnte.

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Knut Andresen: sápmi- eine kurze reise in das land der samen und neue Gedichte

Lesung im Bornholdt, Zingelstraße 14
19. Februar 2009, 20.°° Uhr
Auf Einladung des Peter Panter Buchladens liest der Maler und Dichter Knut Andresen in der Meldorfer Kulturkneipe Bornholdt im Rahmen der „Norwegen-Woche“ aus seinen neuesten Werken.
Der 1938 in Friedrichstadt geborene Knut Andresen ist schon seit vielen Jahren ein Grenzgänger zwischen der schleswig-holsteinischen Westküste und Norwegen.

Auf seiner jüngsten Reise in den Norden entstanden ein Reisetagebuch, Gedichte und Bilder. „sápmi- eine kurze reise in das land der samen“ beschreibt seine Wanderung durch die finnmarks vidda auf der Suche nach dem mythischen Leben und der gesellschaftlichen Situation der Menschen im norwegischen Samland.
So wird aus der Begegnung mit einer alten Samin die Magie und die Lebensintensität deutlich, auf die Knut Andresen im Norden häufiger trifft.
Der Dichter und Maler spricht von Norwegen als seiner „spirituellen Heimat“.

Seine neuesten Gedichte bezeichnet er als Sprachexperimente, als „traumhaftes“ Spiel mit Worten aus unterschiedlichen und sich doch ähnelnden Sprachen: der norwegischen, der plattdeutschen und den alt-, mittel- und neuhochdeutschen Sprachen.
Knut Andresens Gedichte sind ein besonderes Erlebnis und erinnern beim Vortrag an einen wundervollen Gesang.

Anläßlich der „norwegischen Woche“ ist ab dem Montag, dem 16.2. 2009, im Bornholdt außerdem eine Ausstellung seiner Bilder zu sehen , die im Anschluß an seine norwegischen Reise entstanden sind.

Karl-Martin Hentschel: Es bleibe Licht

Buchvorstellung und Diskussion über 100 % Ökostrom für Europa ohne Klimaabkommen
Altes Pastorat zu Meldorf, Papenstr. 2
10. Dezember 2010, 19.°° Uhr

Eine Veranstaltung von Agenda 21 für Meldorf e.V., Bündnis90/Die Grünen und Peter Panter Buchladen
Karl-Martin Hentschel entwirft in seinem Buch eine Strategie, wie der Strombedarf in Europa zu 100 % durch Erneuerbare Energien gedeckt werden kann. Er sagt „spätestens im Jahr 2050, in Deutschland schon 2040, vielleicht sogar 2030, und dazu brauchen wir nicht mal ein Klimaabkommen“.
Der UN-Weltklimarat mahnt die Reduktion der Kohlendioxidemissionen in den Industriestaaten um 80% bis 90% an, und das eher heute als morgen.
Das kann nur gelingen, wenn wir unsere gesamte Energieversorgung auf Erneuerbare Energien umstellen. „Es bleibe Licht“ beschreibt eine präzise Reiseroute, auf der dieses Ziel erreicht werden kann.
Im Zentrum des Buches steht die Versorgung mit elektrischem Strom, der zu einer wichtigen Lebensader der Menschheit geworden ist. Kenntnisreich und anschaulich widmet sich Karl-Martin Hentschel vielen Fragen zur Energiewende.
Im Gespräch mit Bernd Voß (Bündnis 90/Die Grünen) wird der Autor sein Buch vorstellen.

Max Schön, der Präsident der Deutschen Gesellschaft Club of Rome, schreibt über „Es bleibe Licht“: „ Die Frage ist nicht mehr ‚ob‘ eine Energiewende möglich ist, sondern nur noch ‚wie‘ die Umstellung auf Erneuerbare Energien gestaltet werden sollte. Dieses Buch zeigt die Handlungsmöglichkeiten auf, die bereits jetzt zur Disposition stehen. Absolut lesenswert!“

Karl-Martin Hentschel war 14 Jahre Abgeordneter und bis zum Jahr 2009 acht Jahre Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag Schleswig-Holstein. Heute lebt er als freier Autor in der Nähe von Kiel und ist als Vorsitzender des Kreisverbandes der Grünen in Plön tätig. Er beteiligte sich an der Gründung der GAL in Hamburg, war im Gemeinderat und im Landesvorstand aktiv und erarbeitete Konzepte für eine grüne Wirtschafts-und Energiepolitik. Karl-Martin Hentschel ist Mitglied in der Gewerkschaft VERDI , Attac, BUND, Mehr Demokratie e.V., Verein UWW (Umschalten Windstrom Wedel).

Mareike Krügel liest aus: Bleib wo du bist

Lesung in der Brasserie & Restaurant V, Klosterstr. 4

19. November 2010, 20.°° Uhr

Ein Spaziergang durch die sonnige Südtiroler Postkartenidylle wird zu einer gefährlichen Wanderung bis ans Ende der Nacht, ein Arbeitsausflug zu einer Flucht vor sich selbst: Matthias Harms, auf Zwangsneurosen spezialisierter Psychotherapeut, gerät auf einer Tagung in Meran durch scheinbar harmlose Begebenheiten unversehens an seine Grenzen. Ihn plagen Erinnerungen an seine viel zu früh verstorbene Schwester, und ihre gemeinsame Kindheit im bedrückend strengen Elternhaus rückt ihm unerbittlich auf den Leib. Aus dem sonst so beherrschten Zuhörer, der mit seiner Frau, einer Sozialarbeiterin, und seinem besten Freund einen Club der Guten bildet, wird ein im Innersten erschütterter, verlorener Mensch, dem sämtliche Gewissheiten abhandenkommen.
Mareike Krügel changiert geschickt zwischen Vergangenheit und Zukunft. Mit trockenem Witz und einem unbestechlichen Sinn für Situationskomik zeichnet sie das berührend-dramatische Psychogramm eines scheinbar souverän geerdeten und in allen Belangen des Lebens erfolgreichen Mannes.
Der Roman zeigt das Dilemma, in dem sich Therapeuten befinden, die ständig für Andere sensibel und wach sein müssen und dabei ihre eigenen psychischen Befindlichkeiten übersehen. In feiner Diktion, scharf beobachtend, erlebt Matthias nun an sich selbst, wie man die Kontrolle über sich verlieren kann.
Mareike Krügel kennt sich gut aus mit den psychotherapeutischen Regeln und mit unterschiedlichen seelischen Krankheiten. In den von ihr beschriebenen Gesprächen zwischen Freunden und Kollegen werden Diagnosen und Behandlungsmöglichkeiten besprochen. Nebenbei aber zeigt sie mit den feinfühligen Beobachtungen des Protagonisten, wie geschärft die Sinnesorgane auf die äußeren Schönheiten der Natur reagieren, wenn die geschundene Seele Ruhe sucht.
Es geht in dem Roman auch um Erziehungsmethoden der Vorgeneration, und es geht um die Frage, wie weit man selbst dem Kinderwunsch nachgeben möchte. Ist die Erinnerung an die strafenden Eltern noch allgegenwärtig, erlaubt man sich keine Zuversicht, dass man es besser machen könnte. Es geht aber auch um Ehe, Liebe, Treue und die innere Verbundenheit zwischen Paaren. Tiefsinnig, reflektiert und sehr kompetent weist die Autorin auf Ambivalenzen hin, die das Leben bestimmen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stehen nicht für sich sondern bilden einen Gesamtkomplex. Mit dem Mangel leben und die Vergangenheit akzeptieren lernen ist die Botschaft dieses Romans.
Mareike Krügel hat das Thema klug und wissend um die seelischen Abgründe bearbeitet. Ihr ist eine spannende Erzählung über die Möglichkeiten und Grenzen therapeutischer Hilfen gelungen und über die Not, denen auch Therapeuten ausgesetzt sind.

Mareike Krügel ist 1977 in Kiel geboren und lebt in Schleswig. Sie studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig.
2003 erschien ihr erster Roman „Die Witwe, der Lehrer, das Meer“, im September 2005 „Die Tochter meines Vaters“, den sie im Januar 2006 auch in Meldorf vorstellte.
Mareike Krügel erhielt zahlreiche Stipendien, zuletzt war sie als Stipendiatin des HALMA-Netzwerks in Polen und Wales. Für den Roman „Die Tochter meines Vaters“ wurde sie 2003 mit dem Förderpreis der Stadt Hamburg ausgezeichnet. 2006 erhielt sie den Friedrich-Hebbel-Preis.

Heinz Jürgen Schneider liest aus: Tod in der Scheune

Krimi-Lesung im Meldorfer Amtsgericht, Domstr. 1
5. Mai 2010, 19.°° Uhr
Eine Veranstaltung von „Unternehmen Leselust“ e.V. und dem Peter Panter Buchladen

Heinz Jürgen Schneider weiß, wovon er schreibt. Von Beruf und aus Berufung Rechtsanwalt, arbeitet er als Strafverteidiger in ganz Deutschland. 2009 erschien sein historischer Schleswig-Holstein-Krimi „Tod in der Scheune“. Den wird Schneider am Mittwoch, 5. Mai um 19 Uhr im Meldorfer Amtsgericht (Saal 1) dem Dithmarscher Publikum vorstellen.
Das „Unternehmen Leselust“, Förderverein für die Meldorfer Stadtbücherei, der Peter Panter Buchladen und das Meldorfer Amtsgericht laden zu dieser Lesung im Rahmen der Meldorf-Woche ein.

Im September 1931 wird an der Westküste Schleswig-Holsteins eine Bauerntochter erhängt in einer Scheune aufgefunden. Walerjan Smucek, ein junger polnischer Erntehelfer vom benachbarten Gut, kauert völlig verstört bei der Leiche und legt ein Geständnis ab. Der „Scheunenmord“ bewegt die ganze Gegend. Viele warten auf einen schnellen, kurzen Prozess und die Todesstrafe – die Sache scheint ja klar. Da die Familie der Toten aus der schwarzbraunen „Landvolkbewegung“ stammt, erreicht der Fall zudem eine politische Brisanz: Der Bruder, ein SA-Mann, fordert am Grab „Deutsche Sühne“. Doch dann wird der Rechtsanwalt Johannes Blum zum Pflichtverteidiger des Polen bestellt, ein Gegner der im damaligen Deutschland zulässigen Todesstrafe. Im Gefängnis hört er vom Angeklagten eine ganz andere Geschichte, in der es um eine heimliche, hoffnungslose Liebe und um den Plan eines gemeinsamen Selbstmords geht. Blum kann das schwer glauben, aber es gibt Ungereimtheiten. Zu Prozessbeginn gibt es einen großen Presseandrang. Ein Mob auf den Zuschauerbänken und ein SA-Aufmarsch begleiten die Eröffnung. Schwere Tumulte gehen mit der Verhandlung einher und Rechtsanwalt Blum fürchtet um seine Sicherheit und Reputation. Wie wird das Schwurgericht diesen Fall entscheiden?

Schneiders Krimi – sein Debüt übrigens – ist eine Mischung aus Fiktion und Realität, aus Dorfklatsch und tatsächlichem Justizskandal in der Zeit des aufkommenden deutschen Faschismus. Eine höchst spannende Lektüre. Schneider fasziniert zudem durch einen Erzählstil, der geprägt ist von kurzen, prägnanten Sätzen. Ohne Schnörkel kommt sein alter Ego, Rechtsanwalt Blum, immer wieder auf den einen Punkt: im Zweifel für den Angeklagten.

Heinz Jürgen Schneider wurde 1954 geboren und ist seit 1981 Rechtsanwalt. Er arbeitet als Strafverteidiger und hat Verfahren im ganzen Bundesgebiet geführt. Seit seiner Doktorarbeit über “Die Politik der Inneren Sicherheit” beschäftigt er sich kritisch mit der staatlichen Sicherheitspolitik. Zu diesem Thema hat er sich in Veröffentlichungen, Interviews und auf Veranstaltungen geäußert. 2002 war er Mitautor eines Buches über politische Strafverteidiger in der Weimarer Republik.

Kristof Magnusson liest aus: Das war ich nicht

Lesung in der Brasserie & Restaurant V, Klosterstr. 4

5. Februar 2010, 20.°° Uhr

Jasper Lüdemann hat es geschafft. Er ist aus dem Back Office in den Händlersaal der großen Investmentbank in Chicago aufgestiegen.

Meike ist Übersetzerin. Der Bestsellerautor Henry LaMarck ist „ihr“ Autor, ihre Existenzgrundlage. Den versprochenen großen Roman hat er noch nicht abgeliefert und ist abgetaucht. Um LaMarck zu finden, ist sie in Chicago.

Seit Jasper Meike in einem Café getroffen hat, brennt er für sie. Um ihr zu imponieren, zeigt er ihr, wie man Geschäfte macht. Er macht jedoch Verluste, gerät in eine aussichtslose Lage, bis er LaMarck begegnet. „Das war ich nicht“ erzählt von drei Menschen, deren Leben durch Zufall in eine abenteuerliche Abhängigkeit gerät. Und gäbe es nicht die Möglichkeit der Liebe, vielleicht auch die Unmöglichkeit, die dem Leben eine andere, unvermutete Wendung gibt, wer weiß, ob sich ein Ausweg finden würde.

„Fulminant geschrieben, zum Schreien komisch, berührend und klug.“ (NDR Kulturjournal)

„…fesselt bis zuletzt mit einer überaus witzigen, klug komponierten Geschichte und raffiniert glaubwürdigen Figuren.“ (FAZ)

„Junge Literatur kann auch einfach gut sein. Kristof Magnusson hat einen Roman geschrieben, auf den sich alle einigen können. Und zwar nur, weil er so lesbar ist.“ (jetzt.de/Süddeutsche Zeitung)

Kristof Magnusson ist 1976 in Hamburg geboren. Er machte eine Ausbildung zum Kirchenmusiker, arbeitete in der Obdachlosenhilfe in New York, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.

Sein Debütroman „Zuhause“, den er seinerzeit auch in Meldorf vorstellte, wurde mit dem Rauriser Literaturpreis 2006 ausgezeichnet.

Eldad Eldad Stobezki: Israel und die Juden im Spiegel zeitgenössischer Literatur

Buchvorstellung im Bornholdt, Zingelstr. 14,
Eine Veranstaltung von „Unternehmen Leselust“ e.V. und dem Peter Panter Buchladen

Eldad Stobezki präsentiert eine Auswahl zeitgenössischer Literatur, Sach- und Jugendbücher, die 2009 in deutscher Sprache erschienen sind.

Es ist nicht nur der Krieg, der den Alltag und den Buchmarkt in Israel beherrscht. Sara Shilo, Assaf Gavron, Lizzie Doron, Michal Zamir, Benny Ziffer,Zvi Yanai und andere wichtige Autoren erzählen von unterschiedlichen Themen – vom Gegensatz und der Koexistenz der Kulturen, von einem oft auch banalen Alltag in einer Krisenregion.
In anderen Ländern schreiben jüdische Autoren über das Leben in der Diaspora, den Umgang mit dem Erbe des Nationalsozialismus in Deutschland und Österreich. Reisen in die Vergangenheit, Migrationsgeschichte und jüdische Tradition sind Gegenstand dieser Romane. Beispielhaft dafür stehen Johanna Adorján, Michael Wuliger und Ana Novac.

Eldad Stobezki, geboren 1951 in Israel, lebt seit 1979 in Frankfurt am Main, ist Übersetzer, Literaturagent, Gutachter, Scout und Kenner der israelischen Literaturszene.

Judith Herrmann liest aus: „Alice“

Lesung in der Ditmarsia, Süderstr. 16

19. November 2009, 20.°° Uhr

Endlich ist es soweit. Judith Hermann liest auf Einladung des Peter Panter Buchladens am 19.11.2009, um 20°° Uhr in der Ditmarsia, Süderstr. 16, in Meldorf. Judith Hermann, mit ihren beiden Büchern „Sommerhaus später“ und „Nichts als Gespenster“, gehört zu den wichtigsten deutschsprachigen Autorinnen.

„Alice“, so heißt ihr neues Buch, ist ein Buch von ungeheurer Kraft, erstaunlicher Nüchternheit und literarischer Schönheit. Die Autorin erhielt dieses Jahr den „Friedrich Hölderlin-Preis“ der Stadt Homburg für ihr bisheriges Werk, vor allem für ihren jüngsten Prosaband „Alice“, der „fünf atmosphärisch ebenso bezwingende wie stilistisch meisterhafte Geschichten vom Sterben und von der Erfahrung des Verlustes versammelt“, heißt es in der Begründung der Jury. Wenn jemand geht, der dir nahe ist, ändert sich dein ganzes leben, es ändert sich, ob du willst oder nicht. Alles wird anders. Alice ist die Heldin dieser fünf Geschichten, alle erzählen von ihr – und davon, wie das Leben ist und das Lieben, wenn Menschen nicht mehr da sind. Dinge bleiben zurück, Bücher, Briefe, Bilder, und ab und zu täuscht man sich in einem Gesicht. Judith Hermann erzählt mit fester und berührender Stimme, wie Lebenswege sich kreuzen, die Richtung ändern und unwiederbringlich auseinandergeführt werden. Sie setzt Momentaufnahmen, sie leuchtet aus, deutet an, ihre Sprache registriert leise Befindlichkeiten, spürt Stimmungen auf, seismografisch genau ertastet sie die oberste Schicht des Alltags, die unmerklichen Veränderungen im Lauf der Wochen, Monate vor und nach dem Sterben, dem Tod. Die große Emotion, das Drama, der Schrei – sie finden nicht statt, die Sätze überschlagen sich nicht, die Sprache reißt nicht auf, ist ganz bändige Form, verknappt, konzentriert. Judith Hermann gelingt es, ganz pathosfrei vom Tod und der Trauer der Hinterbliebenden zu erzählen und doch mit ihrer so anspruchlos erscheinenden Sprache die existenzielle Verunsicherung Alices greifbar zu machen.