Karen Duve liest aus : „Anständig essen – Ein Selbstversuch“

Foto: Kerstin Arlichs

Lesung im Dithmarscher Landesmuseum,
Bütjestr. 2, Meldorf
1. November 2011, 20.°° Uhr

Eintritt: Vorverkauf: EURO 7,–, ermäßigt EURO 3,50
Abendkasse: EURO 8,–, ermäßigt EURO 4,–

Eine Veranstaltung vom Peter Panter Buchladen

Inhalt:

„Die dringendste Frage zu Beginn meiner Bio-Phase: ob ich weiterhin Cola-Light trinken kann. Davon gehe ich nämlich aus. Cola-Light besteht doch sowieso ausschließlich aus Chemie. Da dürfte sich die Bio-Frage eigentlich gar nicht erst stellen.“

Karen Duve gehörte nicht eben zur Gesundheitsfraktion. Bratwürstchen und Gummibären wanderten genauso in ihren Einkaufswagen wie Schokolade und Curryketchup in 1-L-Plastikflaschen. Doch dann zog sie mit jemandem zusammen, der schnell den Spitznamen Jiminy Grille erhielt – nach dem personifizierten Gewissen der Holzpuppe Pinocchio. Denn Jiminy schrie auf, wenn Karen Duve nach der »Grillhähnchenpfanne für 2,99« griff. Und Karen Duve musste einräumen, dass das Leben der »Grillhähnchenpfanne« vor ihrer Schockfrostung wohl eher unerfreulich gewesen war. So stellten sich vor der Tiefkühltruhe schnell grundlegende Fragen: Darf man Tiere eigentlich essen? Und wenn Tiere nicht, warum dann Pflanzen? Wo beginnt die menschliche Empathie, und warum? Was sind wir bereit aus Rücksicht auf die Mitlebewesen zu opfern? Oder können wir sogar einen persönlichen Gewinn daraus ziehen, unsere Gewohnheiten zu ändern?

Irgendwann wollte Karen Duve es wirklich wissen: Jeweils zwei Monate lang testet sie seitdem Ernährungsweisen mit moralischem Anspruch: Biologisch-organisch, vegetarisch, vegan und am Ende sogar frutarisch, also nur das, was die Pflanze freiwillig spendet. Parallel dazu setzt sie sich mit der dahinterstehenden Weltsicht auseinander – und liefert sich mit Jiminy Grille die unausweichlichen Verbalduelle. Erst kurz vor der Veröffentlichung dieses Buches wird sie eine Lebensentscheidung treffen – die, wie sie sich weiter ernähren und weiter leben will. Schonungslos und mit der ihr eigenen knochentrockenen Komik setzt sie sich jenseits aller Ideologien mit der Frage auseinander: Wie viel gönne ich mir auf Kosten anderer?

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Datenschutz und Datenmissbrauch – Zensus 2011

Vortrag und Diskussion

Kulturkneipe Bornholdt, Zingelstr. 14
22. Juni 2011, 19.°° Uhr
Eintritt: frei, gerne Spende

Eine Veranstaltung von Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, Peter Panter Buchladen und Attac Dithmarschen

Katharina Nocun spricht: Über die sogenannte Volkszählung Zensus 2011, über Datenschutz und Datenmissbrauch und den Zustand der Bürgerrechte in Deutschland

Inhalt:
Hallo!! Ja, sie!

Hat Ihre Wohnung ein WC? Badewanne oder Dusche?
Sind Sie arbeitslos? Nicht arbeitslos, aber arbeitssuchend? Oder sind Sie eine nicht zu aktivierende Person?
Wann haben Sie Ihr letztes eheähnliches Verhältnis begonnen? Haben Sie einen Migrationshintergrund?
Welche Religionszugehörigkeit haben Sie? Sind Sie in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht?

Das sind nur einige wenige Fragen aus der Datenerhebung, die unter der Bezeichnung „Zensus 2011“ in allen Ländern der EU durchgeführt wird, in Deutschland sind die Volkszähler seit dem 9. Mai unterwegs.

Wozu braucht ein Amt für Statistik Einblick in Ihre ganz privaten Lebensumstände? Warum wird erneut jeder Einwohner, jedes Haus, jede Wohnung mit einer Identifikationsnummer versehen, obwohl das Bundesverfassungsgericht das ausdrücklich untersagt hat?

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Gerd Wohlenberg liest aus: „Bin bei mein Willem bis Mitternacht. Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus in Meldorf“

Buchvorstellung und Lesung

Kulturkneipe Bornholdt, Zingelstr. 14

24. Mai 2011, 20.°° Uhr

Spende für den Arbeitskreis Widerstand und Verfolgung im nationalsozialistischen Dithmarschen

Gerd Wohlenberg stellt sein Buch über Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus in Meldorf vor.
Dieses soll den Leser und die Leserin anregen, selber aktiv zu werden. Um zu verstehen, warum ein Volk sich zu solchermaßen krudem Zeug öffentlich bekennen kann, müssen wir uns mit seiner Geschichte vornehmlich der Zeit des Nationalsozialismus befassen. Schleswig-Holstein galt als Kernland Nordischer Rasse. Das Plattdeutsche erzeugte nicht nur emotionale Verbundenheit, sondern ließ auch die nationalsozialistischen Inhalte weniger brutal klingen. „Ist von Schleswig-Holstein im Allgemeinen schon bekannt, dass es dem Nationalsozialismus stärker zugetan war, als alle anderen Regionen des Deutschen Reiches, so stellt wiederum Dithmarschen innerhalb Schleswig-Holsteins gewissermaßen einen braunen ‚Leuchtturm‘ dar. Kaum sonst in Schleswig-Holstein wurde der Nationalsozialismus so freudig und früh herbeigesehnt wie hier, kaum anderswo wurde er so intensiv aufgenommen und verinnerlicht und kaum anderswo, das gilt sogar für das ‚Nachzüglerland‘ Schleswig-Holstein insgesamt, das sich hiermit sehr viel Zeit gelassen hat, so spät ‚aufgearbeitet‘ wie hier.“ (Aus dem Vorwort zum Ausstellungskatalog „Ganz Deutschland ist ein Koog – Dithmarschen im Nationalsozialismus“, 2008)

Das Buch ist ein Versuch einer Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Meldorf. Es ist als Ermunterung gedacht, selbst zu forschen, und bietet Aktionsvorschläge, wie z.B. einen Stadtrundgang und was man heute tun kann. Die Widerstandskämpfer, Opfer und Täter bekommen so Augenmerk.

Heinz Jürgen Schneider liest aus: „Tod am Hafenkai“

4. Mai 2011, 19.°° Uhr, Amtsgericht Meldorf (Saal 1), Domstr. 1

Eine Veranstaltung von „Unternehmen Leselust“ e.V. und dem Peter Panter Buchladen

Heinz Jürgen Schneider stellt seinen zweiten historischen Schleswig-Holstein-Krimi im Meldorfer Amtsgericht vor. Beflügelt vom großen Erfolg der ersten Schneider-Lesung im vorigen Jahr haben das „Unternehmen Leselust“, der Förderverein für die Stadtbücherei, und der Peter Panter Buchladen in Zusammenarbeit mit dem Amtsgericht den Hamburger Rechtsanwalt erneut eingeladen. Diesmal kommt das Werk sozusagen frisch aus der Druckerei des Boyens Buchverlages: „Tod am Hafenkai“.

Sommer 1932 in Mittelholstein. Die wirtschaftliche Not wird immer schlimmer, der Aufstieg der nationalsozialistischen Bewegung schreitet voran, Ende Juli sind Reichstagswahlen. Im Itzehoer Störhafen entdeckt ein Angler eine männliche Leiche mit eingeschlagenem Schädel, neben ihr liegen zwei sturzbetrunkene junge Männer. Bei dem Toten handelt es sich um einen Junglehrer und Laienkünstler, der als charismatisch, elitär, eitel und streitsüchtig galt. Die beiden jungen Männer sind Abiturienten, Söhne angesehener Familien der Stadt. Sind sie Verdächtige in einem Mordfall oder zumindest wichtige Zeugen? Anwalt Johannes Blum übernimmt die Vertretung des Schülers Hinrich van de Los, der für den ermittelnden Kommissar schnell zum Verdächtigen wird. Als die Nachforschungen ins Stocken geraten, versuchen Blum, seine Freundin Agnes und der befreundete Anwalt Brixen die letzten Stunden im Leben des toten Lehrers mithilfe einer „Déjà-vu-Tour“ nachzukonstruieren. Neue Hinweise finden sich, doch dann gibt es eine Wendung in dem Fall, mit der niemand gerechnet hat. Wie bei Johannes Blums erstem Fall „Tod in der Scheune“ sind der Todesfall und die Ermittlungen frei erfunden. Orte, Lokalkolorit, Lebensumstände und die zeitgeschichtlichen Fakten sind jedoch wiederum real und basieren auf umfangreichen Recherchen.

Der Erlös der Veranstaltung geht an den Förderverein für die Stadtbücherei.

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Birgit Vanderbeke liest aus: „Das lässt sich ändern“

14. März 2011, 20.°° Uhr, Ditmarsia, Süderstr. 16

Birgit Vanderbeke lebt mir ihrem Mann in Südfrankreich. Sie hat die literarische Bühne 1990 mit einem Paukenschlag betreten. „Das Muschelessen“ gewann in Klagenfurt den Ingeborg-Bachmann-Preis. Sie wurde seitdem mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet.
Ihr neues Buch „Das lässt sich ändern“ erscheint am 10. März und als Premiere wird Birgit Vanderbeke am 14. März daraus lesen und zum neunten Mal zu Gast in Meldorf sein.

Im Mittelpunkt des Romans „Das lässt sich ändern“ steht die abenteuerliche Liebesgeschichte von der Ich-Erzählerin und Adam Czupek. Gegensätzlicher könnte die Herkunft des Paares nicht sein. Sie, aus gutem Hause, Akademikerin, die die Gesellschaft eher von innen kennt. Er, aus einfachen Verhältnissen stammend, ein Handwerker, der nach Holz, Metall und Arbeit riecht, eher ein Außenseiter der Gesellschaft.
Als die Erzählerin sich in ihn verliebt, geht von da an nichts mehr seinen geraden Weg. Sie ist fasziniert, mit welcher Klugheit und Voraussicht Adam das Leben begreift. Die Eltern der Erzählerin meiden den Kontakt mit „solchen Leuten“ wie Adam einer ist, und auch ihre Freunde, die dabei sind, sich in der Mitte der Gesellschaft einzurichten, machen sich rar. Das Paar – mit mittlerweile zwei kleinen Kindern – zieht von der Stadt aufs Land, von Monopoly- nach Mysteryland, und zwar nach Ilmenstett, jottwehdeh.
Bald beginnen sie dort ein anderes Leben, mit neuen Düften und Geschmäckern, mit Plänen und Ideen, und vor allem mit verblüffenden Begegnungen. „Das lässt sich machen“ sagt Adam und alle sind mittendrin etwas zu tun, von dem sie vorher nicht die Ahnung einer Ahnung hatten. Eine ganz neue Gemeinschaft entsteht, in der das Leben miteinander geteilt werden kann.
Und nachdem die Türme der Welt zusammengekracht, die Blase geplatzt und die letzten Kriege erklärt, geht in Ilmenstett das Abenteuer in die nächste Runde.

„Das lässt sich ändern“ ist ein beglückend heller Roman über die Liebe und das Leben. In jedem neuen Abschnitt des Romans beleuchtet Birgit Vanderbeke die Personen in überraschenden Vor- und Rückblenden und so wird man als Leser mehr und mehr in eine andere Welt hineingeholt, von der man vorher keine Ahnung hatte, dass sie überhaupt möglich sein könnte.

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Vom intelligenten Gebrauch des Draußenseins

Seit “Sweet Sixteen” wissen wir: Birgit Vanderbeke ist immer ganz dicht dran. Dran an den Menschen und am wirklichen Leben. Und seit “Sweet Sixteen” wissen wir: Birgit Vanderbeke weiß genau so wenig wie wir, wie die Antworten auf unsere vielen Fragen lauten. Also auf die Fragen im wirklichen Leben, dem Leben, in dem es Freunde gibt. Nicht das Leben all der Prominenten, über die jeder spricht und die keiner kennt. Dem Leben, in dem es Nachbarn gibt. Und Bosse und Beamte und Hartz IV Politiker und Irrenhäuser. Doch auch wenn Birgit Vanderbeke nicht alle Anworten weiß, eines weiß sie trotzdem: “Das lässt sich ändern.” Und so heißt ihr neuer Roman.

Die Ich-Erzählerin kommt von drinnen aus der Oberschicht. Und draußen gibt es Adam, Unterschicht. Seit die Erzählerin den Adam kennt, steigt sie ab und lebt draußen. Birgit Vanderbeke schildert die Unterschiede zwischen den Welten so dicht dran am wirklichen Leben, dass jeder rostige Nagel wichtig wird. Alles Bekannte, alles was lesende Bildungsbürgerliche schon seit 1848 wissen, erscheint so neu, weil Birgit Vanderbeke es uns mit ihrer immer wieder neuen, sachlichen Art und mit ihrem Witz so nahe bringt. Sie verblüfft uns mit alledem und alledem, das wir so genau zu kennen meinen.

Mit ihrer Abkehr aus der linksliberalen Bildungselite mit ihrem Ausscheiden aus der ökogrünen Oberschickt gerät die Erzählerin mitten hinen ins Leben von Menschen, denen keine Linksanwälte helfen können. Die müssen etwas anderes können: Sie müssen ihr Dach selber abdichten, Werkzeug und Essen beschaffen, statt sich stets neu zu erfinden. Dazu benötigen sie mehr als die Wohlständigen und Gebildeten, nämlich die Gewitztheit, ihren Besitz und ihr Können intelligent zu nutzen.

Auf dieser Reise von drinnen nach draußen stolpert die Autorin  über alle Grausamkeiten, die das selbstgerechte Ökoegotum  aufzubieten hat. Sie nimmt den psycho-esoterischen Diagnosereichtum des Lehrers ebenso genüsslich aufs Korn wie den Geländepanzer wohlhabender urbaner Pferdehalter. Kein Wunder, dass sich Birgit Vanderbeke auf diese Weise auch die Sympathien von LektorInnen und Verlegern verscherzt, deren Anreizsystem im Medienkonzern genau auf den Werten fußen: Pferd und Wagen, Blasenmanagement und Eso-Hype.

Und in welche Richtung ändern wir uns? Nun, stand da nicht am vergangenen Dienstag etwas von einem Meldorfer Wohnprojekt unter dem seltsamen Namen ‘Frische Bauern’ in der Zeitung? Genau! Wer Hintergründe verstehen will, muss lesen. Oder am Dienstag, dem 14. März um 20 Uhr in die Ditmarsia gehen. Dort liest Birgit Vanderbeke aus dem Roman ”Das lässt sich ändern”. Wer da zuhören mag, wird die ganze Poesie der Unterschicht entdecken.

Das Buch kostet 10 € und kann im Peter Panter Buchladen bestellt werden.

Knut Andresen: sápmi- eine kurze reise in das land der samen und neue Gedichte

Lesung im Bornholdt, Zingelstraße 14
19. Februar 2009, 20.°° Uhr
Auf Einladung des Peter Panter Buchladens liest der Maler und Dichter Knut Andresen in der Meldorfer Kulturkneipe Bornholdt im Rahmen der „Norwegen-Woche“ aus seinen neuesten Werken.
Der 1938 in Friedrichstadt geborene Knut Andresen ist schon seit vielen Jahren ein Grenzgänger zwischen der schleswig-holsteinischen Westküste und Norwegen.

Auf seiner jüngsten Reise in den Norden entstanden ein Reisetagebuch, Gedichte und Bilder. „sápmi- eine kurze reise in das land der samen“ beschreibt seine Wanderung durch die finnmarks vidda auf der Suche nach dem mythischen Leben und der gesellschaftlichen Situation der Menschen im norwegischen Samland.
So wird aus der Begegnung mit einer alten Samin die Magie und die Lebensintensität deutlich, auf die Knut Andresen im Norden häufiger trifft.
Der Dichter und Maler spricht von Norwegen als seiner „spirituellen Heimat“.

Seine neuesten Gedichte bezeichnet er als Sprachexperimente, als „traumhaftes“ Spiel mit Worten aus unterschiedlichen und sich doch ähnelnden Sprachen: der norwegischen, der plattdeutschen und den alt-, mittel- und neuhochdeutschen Sprachen.
Knut Andresens Gedichte sind ein besonderes Erlebnis und erinnern beim Vortrag an einen wundervollen Gesang.

Anläßlich der „norwegischen Woche“ ist ab dem Montag, dem 16.2. 2009, im Bornholdt außerdem eine Ausstellung seiner Bilder zu sehen , die im Anschluß an seine norwegischen Reise entstanden sind.

Feleboga: Norwegische Volksmusik und Tänze

Konzert im Bornholdt, Zingelstraße 14


16. Februar 2009, 20.°° Uhr


Auf Einladung des Peter Panter Buchladens sind Feleboga bei der „Norwegen-Woche“ im Bornholdt zu Gast.

Feleboga besteht aus Elizabeth Gaver und Hans-Hinrich Thedens. Elizabeth ist Amerikanerin und Hans-Hinrich ist Dithmarscher, aber beide leben in Norwegen und spielen Musik aus dem Tovdal in der Provinz Ost-Agder. Dort lebt der Hardangerfiedler Salve Austenå, bei dem beide spielen gelernt haben, und dessen Repertoire von kraftvoller Tanzmusik sie wahrscheinlich besser kennen als irgendjemand sonst.


Feleboga spielen Konzerte und geben Tanzkurse. Hans-Hinrich arbeitet am norwegischen Volksmusikarchiv an der Universität Oslo und hat seine Doktorarbeit über Salve Austenå und die Musik im Tovdal geschrieben. Er hält gerne Vorlesungen über norwegische Volksmusik und norwegische Tänze.

Elizabeth arbeitet als Musikerin hauptsächlich mit früher Musik und spielt Barockgeige und mittelalterliche Fiedeln. Seit 1992 gehört sie zum Ensemble Sequentia. Recherchen für Sequentias Programm mit Göttersagen aus der Edda führten sie nach Norwegen.

Elizabeth und Hans-Hinrich waren beide Mitglieder der Gruppe Chateau Neuf Spelemannslag, die oft im Ausland unterwegs war. Als Feleboga haben sie Konzerte, Gesprächskonzerte und Tanzkurse in Norwegen, Schweden, Polen, den USA und in Thailand gegeben. In Deutschland sind sie u.a. beim Tanz und Folkfest in Rudolstadt aufgetreten.

Das Konzertprogramm besteht aus älteren und neuen norwegischen Instrumentalstücken, die über viele Generationen weitergegeben und geformt worden sind. Die älteren Gangar- (Schreittanz) und Springar (Springtanz) -Stücke stammen aus dem 18. Und 19. Jahrhundert, die Walzer, Rheinländer und Polkas aus dem 19. Und 20. Jahrhundert. Dazu kommen Tanzlieder und Verse aus der gleichen Region, aus der Salve Austenå stammt, und einige Stücke aus anderen Regionen Südnorwegens.


Elizabeth und Hans-Hinrich spielen auf zwei Hardangergeigen aus dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts. Diese Instrumente haben außer den vier Spielsaiten auch 4 Resonanzsaiten, die ihnen ihren wunderbar leichten und schwebenden Klang verleihen. Außerdem sind sie reich mit Mustern und Einlagen aus Perlmutt und Knochen verziert, und die Schnecken sind kunstvoll als Löwen- und Frauenkopf geschnitzt.

Karl-Martin Hentschel: Es bleibe Licht

Buchvorstellung und Diskussion über 100 % Ökostrom für Europa ohne Klimaabkommen
Altes Pastorat zu Meldorf, Papenstr. 2
10. Dezember 2010, 19.°° Uhr

Eine Veranstaltung von Agenda 21 für Meldorf e.V., Bündnis90/Die Grünen und Peter Panter Buchladen
Karl-Martin Hentschel entwirft in seinem Buch eine Strategie, wie der Strombedarf in Europa zu 100 % durch Erneuerbare Energien gedeckt werden kann. Er sagt „spätestens im Jahr 2050, in Deutschland schon 2040, vielleicht sogar 2030, und dazu brauchen wir nicht mal ein Klimaabkommen“.
Der UN-Weltklimarat mahnt die Reduktion der Kohlendioxidemissionen in den Industriestaaten um 80% bis 90% an, und das eher heute als morgen.
Das kann nur gelingen, wenn wir unsere gesamte Energieversorgung auf Erneuerbare Energien umstellen. „Es bleibe Licht“ beschreibt eine präzise Reiseroute, auf der dieses Ziel erreicht werden kann.
Im Zentrum des Buches steht die Versorgung mit elektrischem Strom, der zu einer wichtigen Lebensader der Menschheit geworden ist. Kenntnisreich und anschaulich widmet sich Karl-Martin Hentschel vielen Fragen zur Energiewende.
Im Gespräch mit Bernd Voß (Bündnis 90/Die Grünen) wird der Autor sein Buch vorstellen.

Max Schön, der Präsident der Deutschen Gesellschaft Club of Rome, schreibt über „Es bleibe Licht“: „ Die Frage ist nicht mehr ‚ob‘ eine Energiewende möglich ist, sondern nur noch ‚wie‘ die Umstellung auf Erneuerbare Energien gestaltet werden sollte. Dieses Buch zeigt die Handlungsmöglichkeiten auf, die bereits jetzt zur Disposition stehen. Absolut lesenswert!“

Karl-Martin Hentschel war 14 Jahre Abgeordneter und bis zum Jahr 2009 acht Jahre Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag Schleswig-Holstein. Heute lebt er als freier Autor in der Nähe von Kiel und ist als Vorsitzender des Kreisverbandes der Grünen in Plön tätig. Er beteiligte sich an der Gründung der GAL in Hamburg, war im Gemeinderat und im Landesvorstand aktiv und erarbeitete Konzepte für eine grüne Wirtschafts-und Energiepolitik. Karl-Martin Hentschel ist Mitglied in der Gewerkschaft VERDI , Attac, BUND, Mehr Demokratie e.V., Verein UWW (Umschalten Windstrom Wedel).

Mareike Krügel liest aus: Bleib wo du bist

Lesung in der Brasserie & Restaurant V, Klosterstr. 4

19. November 2010, 20.°° Uhr

Ein Spaziergang durch die sonnige Südtiroler Postkartenidylle wird zu einer gefährlichen Wanderung bis ans Ende der Nacht, ein Arbeitsausflug zu einer Flucht vor sich selbst: Matthias Harms, auf Zwangsneurosen spezialisierter Psychotherapeut, gerät auf einer Tagung in Meran durch scheinbar harmlose Begebenheiten unversehens an seine Grenzen. Ihn plagen Erinnerungen an seine viel zu früh verstorbene Schwester, und ihre gemeinsame Kindheit im bedrückend strengen Elternhaus rückt ihm unerbittlich auf den Leib. Aus dem sonst so beherrschten Zuhörer, der mit seiner Frau, einer Sozialarbeiterin, und seinem besten Freund einen Club der Guten bildet, wird ein im Innersten erschütterter, verlorener Mensch, dem sämtliche Gewissheiten abhandenkommen.
Mareike Krügel changiert geschickt zwischen Vergangenheit und Zukunft. Mit trockenem Witz und einem unbestechlichen Sinn für Situationskomik zeichnet sie das berührend-dramatische Psychogramm eines scheinbar souverän geerdeten und in allen Belangen des Lebens erfolgreichen Mannes.
Der Roman zeigt das Dilemma, in dem sich Therapeuten befinden, die ständig für Andere sensibel und wach sein müssen und dabei ihre eigenen psychischen Befindlichkeiten übersehen. In feiner Diktion, scharf beobachtend, erlebt Matthias nun an sich selbst, wie man die Kontrolle über sich verlieren kann.
Mareike Krügel kennt sich gut aus mit den psychotherapeutischen Regeln und mit unterschiedlichen seelischen Krankheiten. In den von ihr beschriebenen Gesprächen zwischen Freunden und Kollegen werden Diagnosen und Behandlungsmöglichkeiten besprochen. Nebenbei aber zeigt sie mit den feinfühligen Beobachtungen des Protagonisten, wie geschärft die Sinnesorgane auf die äußeren Schönheiten der Natur reagieren, wenn die geschundene Seele Ruhe sucht.
Es geht in dem Roman auch um Erziehungsmethoden der Vorgeneration, und es geht um die Frage, wie weit man selbst dem Kinderwunsch nachgeben möchte. Ist die Erinnerung an die strafenden Eltern noch allgegenwärtig, erlaubt man sich keine Zuversicht, dass man es besser machen könnte. Es geht aber auch um Ehe, Liebe, Treue und die innere Verbundenheit zwischen Paaren. Tiefsinnig, reflektiert und sehr kompetent weist die Autorin auf Ambivalenzen hin, die das Leben bestimmen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stehen nicht für sich sondern bilden einen Gesamtkomplex. Mit dem Mangel leben und die Vergangenheit akzeptieren lernen ist die Botschaft dieses Romans.
Mareike Krügel hat das Thema klug und wissend um die seelischen Abgründe bearbeitet. Ihr ist eine spannende Erzählung über die Möglichkeiten und Grenzen therapeutischer Hilfen gelungen und über die Not, denen auch Therapeuten ausgesetzt sind.

Mareike Krügel ist 1977 in Kiel geboren und lebt in Schleswig. Sie studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig.
2003 erschien ihr erster Roman „Die Witwe, der Lehrer, das Meer“, im September 2005 „Die Tochter meines Vaters“, den sie im Januar 2006 auch in Meldorf vorstellte.
Mareike Krügel erhielt zahlreiche Stipendien, zuletzt war sie als Stipendiatin des HALMA-Netzwerks in Polen und Wales. Für den Roman „Die Tochter meines Vaters“ wurde sie 2003 mit dem Förderpreis der Stadt Hamburg ausgezeichnet. 2006 erhielt sie den Friedrich-Hebbel-Preis.