Moritz Kirsch liest Sarah Kirsch am Sonnabend, den 16.4.2016, ab 20 Uhr in der Ditmarsia

Sarah Kirsch

Sarah Kirsch

Wir freuen uns, dass Moritz Kirsch aus dem Spätwerk seiner Mutter Sarah Kirsch lesen wird.
Am 16.4.2016 hätte Sarah Kirsch ihren 81.Geburtstag gefeiert. Wir feiern diesen Geburtstag mit einer Lesung von Moritz Kirsch!
Er wir einige Passagen aus dem posthum veröffentlichten Reisebuch Ænglisch“ lesen und Gedichte aus den drei letzten Büchern, die alle größtenteils in Tielenhemme/Dithmarschen entstanden sind.
Im August 2000 brach Sarah Kirsch mit ihrem Sohn zu einer Reise nach Cornwall und Devon auf, das Tagebuch immer parat – auf dem dänischen Schiff bei freundlichem Wetter über die Nordsee reisend, bei Quartiersuche in Penzance, »früher Heimat der Sardinen, dann Eldorado der Maler«, auf Spaziergängen, wo sie vom Wechselspiel der Farben über der See fasziniert ist: »silberweißes Spitzengrau wie für Herrn Turner, später das Meer schwarzer Lack«. Zu Fuß geht es auf die Insel St. Michael’s Mount, durch das Rosamunde-Pilcher-Land mit »verzauberte kleene Häuserken und gloriose Gärten« jagt der Zug über Salzwiesen bis nach Torquay.
„Elfengleich küsst Kirsch den Lesern die Augen wach und lässt sie durch die Oberfläche hindurch schauen“, kommentiert Michaela Schmitz vom Deutschlandfunk.
Sarah Kirsch hat gerne in Dithmarschen gelebt, besonders in Tielenhemme, ihrem Rückzugsort am Rande der Welt. „Gottlob ist diese Gegend so menschenscheu“, schrieb sie einmal, schließlich hat sie genau das gesucht.
Hunderte von Gedichten hat sie über diese Landschaft geschrieben.Dithmarschen verwandelt sie in eine Gegend der rauen Schönheit.Ganz sicher keine Natur, die einen erschlägt. Sarah Kirsch ist es gelungen, aus Dithmarschen einen poetischen Ort zu erschaffen.
Sarah Kirsch gilt als eine der bedeutendsten deutschen Lyrikerinnen. Sie wurde 1935 in Limlingerode im Norden Thüringens als Ingrid Bernstein geboren und wuchs in Halberstadt auf.
Nach Abschluss ihres Biologiestudiums in Halle studierte sie Literatur am Johannes R. Becher Institut in Leipzig.
Ihre ersten Gedichte veröffentlichte sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Lyriker Rainer Kirsch, mit dem sie von 1960 bis 1968 verheiratet war. Nach der Scheidung zog Kirsch nach Ost-Berlin, 1969 kam ihr Sohn Moritz zur Welt kam (Vater: Karl Mickel).
Schon 1960 nahm sie das Vornamen-Pseudonym Sarah an, um damit gegen die Verfolgung und Massenvernichtung der Juden in der Nazizeit zu protestieren. Wegen ihres Protestes gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann wurde sie 1976 aus der SED und dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen und von der Staatssicherheit observiert. Ein Jahr danach folgte ihre Ausbürgerung, sie zog mit ihrem Sohn Moritz nach West-Berlin, wo sie als Journalistin, Hörfunkmitarbeiterin und Übersetzerin arbeitete. Später lebte sie als freie Schriftstellerin und Malerin in Schleswig-Holstein bis zu ihrem Tod im Jahr 2003 .
Moritz Kirsch, 1969 in Ostberlin geboren, mit der Mutter 1977 übergesiedelt nach Westberlin und 1983 nach Tielenhemme in Sschleswig-Holstein gezogen, hat nach dem Magisterstudium der Nordistik, Friesistik und Neueren Deutschen Literaturwissenschaft an der CAU Kiel als Übersetzer , Herausgeber und freiberuflicher Lektor gearbeitet und lebt seit 2007 wieder in Tielenhemme. Er schreibt zur Zeit an einem Roman. Der wird größtenteils auf dem Mond spielen. Ich hoffe, dass ich mit dem Schluss weiterkomme. Es ist ein Jugend-Science-Fiction-Krimi; er spielt im Jahr 2050. Ich muss sehen, dass ich vorher fertig werde.
Ort: „Ditmarsia“, Süderstr. 16, Meldorf
Eintritt: € 8,- / ermäßigt € 4,- , im Vorverkauf € 7,- bzw. € 3,50
Vorverkauf ab sofort: 04832 – 4104 im Peter Panter Buchladen
Veranstalter: Peter Panter Buchladen