Frank Schulz: „Onno Viets und der Irre vom Kiez“

Lesung im Peter Panter Buchladen Exil, Zingelstr. 16, Meldorf am 23. April 2012, 20.00 Uhr

Eintritt: Vorverkauf: EURO 7,–, ermäßigt EURO 3,50 | Abendkasse: EURO 8,–, ermäßigt EURO 4,–

„Frank Schulz ist einfach der Beste“, befand eine Zuhörerin auf seiner Lesung (aus „Das Ouzo-Orakel“) in Meldorf vor knapp sechs Jahren. Dieser Meinung kann man sich voll anschließen, aber dass Schulz nun mit einem Krimi vorfährt ist eine Überraschung. „Und der Held ist genau das, worauf die deutsche Kriminalliteratur schon lange gewartet hat: Ein echter Schrat, der sich auf Terrain wagt, das deutsche Ermittler normalerweise nicht betreten.“ (WDR 2)

Hamburg, 13. August. Freitag. Freitag, der dreizehnte. Ein Tag „so heiß, daß Wasserleichen Schluckauf kriegten“. 11:22 Uhr. Kaum hat der Alsterdampfer Saselbek abgelegt, als er auch schon gekapert wird. Von einem zweieinhalb Zentner schweren Hünen, splitternackt und ganzkörpertätowiert, ohne Ohren und Zähne, doch mit implantierten Hörnern aus Teflon – und einem japanischen Dolch in der Faust. Ein groteskes, blutiges Geiseldrama beginnt. Erzählt wird diese Geschichte durch einen Videoclip namens „Irrer Huene“, weltweit millionenfach im Internet geklickt. „Wät is hiär denn läous“, hamburgert der Kapitän. „Der Deubl, Diggä. Der Deubel if läuof, Diggä“, antwortet die Kreatur, was im Video der eifrige Webmaster dankenswerterweise untertitelt: „Der Teufel ist los, Dicker.“

Wie es dazu kam …? – das erzählt Frank Schulz in Rückblenden und mit einem „Spannungsbogen von den Ausmaßen einer Elbbrücke“ (Die Welt):
Onno Viets ist Mitte 50 und Hartz-IV-Empfänger. Noch nie konnte er irgend etwas richtig gut – außer Brotloses wie zum Beispiel Sitzen, Tischtennis und das Verstrahlen einer Art Charisma für Arme. Er hat eine Phobie gegen Hühnerköpfe, dringende Schulden beim Fiskus und möchte seiner geliebten Gemahlin Edda so gern ein Fahrrad zum 50sten Geburtstag schenken. Sein Girokonto aber glüht vor roten Zahlen. Da hat er eine Eingebung aus dem Fernsehen: Onno wird – Privatdetektiv.
Seine geplagten Sportsfreunde vom Pingpong ahnen Ungutes. Aus langjähriger Erfahrung. Einer aber, Rechtsanwalt (und übrigens der Erzähler der ganzen Geschichte), verhilft ihm dennoch zum ersten Fall: Der Popmagnat und Juror einer Porno-Castingshow, Nick Dolan, argwöhnt Untreue seiner aktuellen Flamme, der Burlesque-Tänzerin Fiona Popo. Onno soll ein Beweisfoto von ihr und dem Liebhaber liefern. Schon bald bekommt Onno Dolans Nebenbuhler zu Gesicht. Bei dem Kerl mit dem Spitznamen „Händchen“ handelt es sich um die gefürchtete rechte Hand eines Hamburger Kiezoligarchen…
Bis nach Mallorca verfolgt unser frisch gebackener Ermittler das Fräulein Popo. Wo das Fiasko unwiderruflich beginnt.

Frank Schulz ist 1957 in Hagen bei Stade geboren und lebt als freier Schriftsteller in Hamburg. Für die Romane seiner ›Hagener Trilogie‹ (Kolks blonde Bräute, 1991, Morbus fonticuli oder Die Sehnsucht des Laien, 2001, Das Ouzo-Orakel, 2006) wurde er mehrfach (aber immer noch zu selten) ausgezeichnet. „Unnachahmlich ist diese Mischung aus Arno Schmidt und Werner Brösel“ (Die Welt).

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