Montag, 21.1.19, 20 Uhr, Karen Duve liest aus: „Fräulein Nettes kurzer Sommer“

Karen Duves so lakonischer wie gnadenlos sezierender Roman über die junge Dichterin Annette von Droste-Hülshoff und die Welt der letzten Romantiker, die deutsche Märchen sammelten, während die gute alte Ordnung um sie herum zerfiel. Das Porträt einer jungen Frau in einer Welt, in der nichts so blieb, wie es war.

Fräulein Nette ist eine Nervensäge! Dreiundzwanzig Jahre alt, heftig, störrisch und vorlaut, ist sie das schwarze Schaf, das nicht in die Herde ihrer adligen Verwandten passen will. Während ihre Tanten und Cousinen brav am Kamin sitzen und sticken, zieht sie mit einem Berghammer bewaffnet in die Mergelgruben, um nach Mineralien zu stöbern. Die Säume ihrer Kleider sind im Grunde immer verschmutzt! Das Schlimmste aber ist ihre scharfe Zunge. Wenn die Künstlerfreunde ihres Onkels August nach Bökerhof kommen, über Kunst und Politik sprechen, mischt sie sich ungefragt ein. Wilhelm Grimm bekommt bereits Panik, wenn er sie nur sieht.

Ein Enfant terrible ist sie, wohl aber nicht für alle. Heinrich Straube, genialischer Mittelpunkt der Göttinger Poetengilde, fühlt sich jedenfalls sehr hingezogen zu der Nichte seines besten Freundes. Seine Annäherungsversuche im Treibhaus der Familie bleiben durchaus nicht unerwidert. Allerdings ist er nicht der einzige. Was folgt ist eine Liebeskatastrophe mit familiärem Flächenbrand.

Historisch genau, gnadenlos entlarvend und so trocken-lakonisch und bitter-ironisch geschrieben, wie es nur Karen Duve kann.

Karen Duve wuchs im Hamburger Stadtteil Lemsahl-Mellingstedt auf. Nach dem Abitur 1981 begann sie auf Wunsch ihrer Eltern eine Ausbildung zur Steuerinspektorin, die sie 1983 ohne Abschluss beendete. Sie arbeitete anschließend in verschiedenen Aushilfstätigkeiten und war 13 Jahre lang Taxifahrerin in Hamburg. Außerdem war sie als Korrektorin für eine Zeitschrift tätig. Seit 1996 ist sie freie Schriftstellerin. Sie lebt seit 2009 in der Märkischen Schweiz (Brandenburg).

Für Ihr schriftstellerisches Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Friedrich-Hebbel-Preis und zuletzt 2017 den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor.

Ort: Dithmarscher Landesmuseum, Bütjestr. 2, Meldorf

Eintritt: € 10,–, ermäßigt 5,–, im Vorverkauf: € 9,–, ermäßigt 4,–.

Veranstalter: Peter Panter Buchladen

Sonnabend, 16.2.19, 20 Uhr, Birgit Vanderbeke liest aus: „Alle, die vor uns da waren”

Unsere Zukunft speist sich aus unserer Vergangenheit. Die Erzählerin dieses autobiografischen Romans, mittlerweile selbst Großmutter, spürt den Fäden und Verbindungen zwischen den Generationen nach: Was bewog die eigene Großmutter, Ostende zu verlassen und ihrem 14-jährigen Sohn Gaston, der sich der deutschen Wehrmacht angeschlossen hatte, nach Deutschland zu folgen? Wie hielt sie, die nie wieder nach Belgien zurückkehrte, das Leben in der Fremde aus? Und wie können diese Erinnerungen in Zeiten, die erneut von Flucht und Vertreibung geprägt sind, Trost und Hilfe sein?
Im abschließenden Teil ihrer beeindruckenden Roman-Trilogie umkreist Birgit Vanderbeke Fragen, die weit zurückführen und doch aktueller nicht sein könnten.

Birgit Vanderbeke, geboren 1956 im brandenburgischen Dahme, lebt im Süden Frankreichs. Für „Das Muschelessen“ wurde sie mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Daneben erhielt sie u.a.den Kranichsteiner und den Solothurner Literaturpreis sowie den Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster. Zuletzt erschienen von ihr die Bücher „Ich freue mich, dass ich geboren bin“ und „Wer dann noch lachen kann“.

Ort: Traumausstatter, Süderstr. 9, Meldorf

Eintritt: € 10,–, ermäßigt 5,–, im Vorverkauf: € 9,–, ermäßigt 4,–.

Veranstalter: Peter Panter Buchladen

Bild: © Julian Vanderbeke

Donnerstag, 28.2.19, 20 Uhr, Dietrich Stein liest aus: „Lynchmord in der Südermarsch“

In den frühen Morgenstunden des 10. juli 1932 schwang sich Adolf Bauer auf sein Fahrrad, um von Marne in Dithmarschen durch die Südermarsch nach St. Michaelisdonn zu fahren. Doch er sollte dort nie ankommen: Mitglieder der Marner SS lauerten dem jungen Instrukteur der KPD bei Rösthusen auf, jagten ihn über einbe Weide und prügelten auf ihn ein. Schließlich erstickten sie den diskussionsfreudigen jungen Mann – der ihnen auf politischen Veranstaltungen oft Paroli geboten hatte und intellektuell weit überlegen war – im wässrigen Schlamm eines Grabens.

Zu Beginn der NS-Diktatur wurden die Voruntersuchungen zum Fall eingestellt. Die Beteiligten hatten nichts mehr zu befürchten und machten politisch Karriere. 1948 wurde den Tätern zwar der Prozess gemacht, und es kam zu Verurteilungen, die in den Revisionsverfahren jedoch wieder kassiert wurden. Dann geriet Adolf Bauer in Vergessenheit …

Der Historiker Dietrich Stein hat nun den Fall erforscht und anhand von wiederentdeckten Quellen und Prozessakten die Vorgänge jener Nacht im politisch so turbulenten wie gewalttätigen Sommer 1932 rekonstruiert. Seine Darstellung zeichnet ein lebendiges Bild der Umbruchzeit von der Weimarer Demokratie in die NS-Diktatur. Sie ist nicht nur der Menschenwürde Adolf Bauers verpflichtet, sondern kann auch für die Gegenwart zeigen, wohin es führt, wenn Hass und Gewaltbereitschaft die politische Auseinandersetzung beherrschen.

Dietrich Stein, geboren 1948 ist Pastor, Historiker und freier Schriftsteller. Er war tätig als Gemeindepastor in Marne (1980-88) und Barlt und Windbergen (1988-2013).

Ehrenamtlich aktiv als Vorsitzender des Vereins für Dithmarscher Landeskunde (1193-2008) sowie als Mitglied der Initiative „Blumen für Gudendorf“, der Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Schleswig-Holstein e.V. und der Stiftungsversammlung der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten.

Ort: Traumausstatter, Süderstr. 9, Meldorf

Eintritt: € 10,–, ermäßigt 5,–, im Vorverkauf: € 9,–, ermäßigt 4,–.

Veranstalter: Peter Panter Buchladen

Dienstag, 16.4.19, 20 Uhr, Moritz Kirsch liest Sarah Kirsch

Sarah Kirsch

Sarah Kirsch

Wir freuen uns, dass Moritz Kirsch aus Texten seiner Mutter Sarah Kirsch lesen wird. Am 16.4.2019 hätte Sarah Kirsch ihren 84.Geburtstag gefeiert. Wir feiern diesen Geburtstag mit einer Lesung von Moritz Kirsch!

Moritz Kirsch hat die Frankfurter Poetik – Vorlesungen Sarah Kirschs unter dem Titel „Von Haupt- und Nebendrachen. Von Dichtern und Prosaschreibern“ für den Wallstein Verlag herausgegeben.

Sarah Kirsch zählt zu den bedeutendsten deutschen Lyrikerinnen der Generation, die um 1960 zu schreiben begann. Früh wurde ihre Stimme als einzigartig gerühmt, weil sie in ihren Gedichten und Prosatexten den Alltagsdingen und Naturbeobachtungen eine Poesie abgewinnt, die das Wunderbare, Schöne, Ewige sichtbar macht und verzaubert. Sarah Kirsch gewann, spätestens seit ihrer Übersiedlung aus der DDR in die Bundesrepublik, höchste Wertschätzung nicht nur bei den Kritikern, sondern auch bei den Lesern. Ihre Gedichtbände erreichten Auflagenzahlen, wie sie in diesem Genre nicht eben üblich sind. 1996, im Jahr als sie auch den Büchner-Preis bekam, hielt sie an der Universität Frankfurt a.M. die Poetikvorlesungen, in denen sie Fragen des Schreibens umkreiste und nach den Möglichkeiten poetischer Wirklichkeitserkundung fragte, das Existenzielle jenseits von Ideologie und Politik in den Blick nahm.
Diese Vorlesungen werden hier nun erstmals veröffentlicht. Trockenes Theoretisieren ist dabei ganz und gar nicht die Sache der Dicherin, vielmehr stellt sie auch eigene Texte ins Zentrum ihrer Überlegungen, die sie spielerisch umkreist – so ist das Nachdenken über Poesie selbst Poesie.

Sarah Kirsch gilt als eine der bedeutendsten deutschen Lyrikerinnen. Sie wurde 1935 in Limlingerode im Norden Thüringens als Ingrid Bernstein geboren und wuchs in Halberstadt auf. Nach Abschluss ihres Biologiestudiums in Halle studierte sie Literatur am Johannes R. Becher Institut in Leipzig.
Ihre ersten Gedichte veröffentlichte sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Lyriker Rainer Kirsch, mit dem sie von 1960 bis 1968 verheiratet war. Nach der Scheidung zog Kirsch nach Ost-Berlin, 1969 kam ihr Sohn Moritz zur Welt kam (Vater: Karl Mickel).
Schon 1960 nahm sie das Vornamen-Pseudonym Sarah an, um damit gegen die Verfolgung und Massenvernichtung der Juden in der Nazizeit zu protestieren. Wegen ihres Protestes gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann wurde sie 1976 aus der SED und dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen und von der Staatssicherheit observiert. Ein Jahr danach folgte ihre Ausbürgerung, sie zog mit ihrem Sohn Moritz nach West-Berlin, wo sie als Journalistin, Hörfunkmitarbeiterin und Übersetzerin arbeitete. Später lebte sie als freie Schriftstellerin und Malerin in Schleswig-Holstein bis zu ihrem Tod im Jahr 2003.

Moritz Kirsch, 1969 in Ostberlin geboren, mit der Mutter 1977 übergesiedelt nach Westberlin und 1983 nach Tielenhemme gezogen, hat nach dem Magisterstudium der Nordistik, Friesistik und Neueren Deutschen Literaturwissenschaft an der Universität Kiel als Übersetzer , Herausgeber und freiberuflicher Lektor gearbeitet und lebt seit 2007 wieder in Tielenhemme.

Ort: „Ditmarsia“, Süderstr. 16, Meldorf

Eintritt: € 10,– / ermäßigt € 5,– , im Vorverkauf € 9,– bzw. € 4,–

Vorverkauf ab sofort: 04832 – 4104 im Peter Panter Buchladen

Veranstalter: Peter Panter Buchladen

Sonnabend, 27.4.19, 20 Uhr, Jazz & Crime: Henrik Siebold und Thomas Nintemann

Ein musikalischer Krimi-Abend mit Henrik Siebold und Thomas Nintemann (Saxophon).

Diesmal scheinen die Dinge klar zu sein: Ein junger Mann hat eine Frau auf einem Hamburger S-Bahnhof vor einen Zug gestoßen. Die Suche nach dem Motiv führt in die Welt der Manga – also der ideale Fall für Kenjiro Takeda, japanischer Inspektor und zur Zeit als Hospitant bei der Hamburger Mordkommission.

Dann aber zieht der siebzehnjährige Simon sein Geständnis zurück und der Inspektor und seine deutsche Kollegin Claudia Harms müssen ihn wieder gehen lassen. Doch wo immer der Junge auftaucht, passieren weitere Todesfälle… ist am Ende doch alles anders und die beiden Ermittler sind einer politischen Intrige auf der Spur?

Inspektor Takeda ist einer der interessantesten Ermittler, die im Moment in der deutschen Krimiszene unterwegs sind, urteilte die Berliner Buchhändlerin und Krimi-Expertin Cornelia Hüppe.

Der japanische Ermittler ist nicht nur ein umsichtiger Kriminalist, sondern dazu auch Meister der Teezeremonie, Kampfkünstler und leidenschaftlicher Jazz-Saxophonist. Die Hamburger „Welt“ fand den dritten Fall des Polizistengespanns Takeda/Harms „so spannend, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag.“

Und die Stuttgarter Zeitung lobte besonders den Zusammenprall der deutschen und japanischen Kultur, der in den inzwischen drei Takeda-Romanen auf oft amüsante Art geschildert wird.

Henrik Siebold ist Schriftsteller aus Hamburg, der viele Jahre in Japan gelebt hat. Unter verschiedenen Pseudonymen hat er zahlreiche Erwachsenenromane und Jugendbücher geschrieben.

Die Lesung wird von Thomas Nintemann am Saxophon begleitet. Der Hamburger Rechtsanwalt und Musiker ist dem Jazz seit über 30 Jahren in verschiedenen Formationen verbunden, hat sich unter anderem bei Jiggs Wigham und Karolina Strassmayer fortgebildet. Aktuell setzt er sich auf dem Tenor- und dem Sopransax intensiv mit der Musik von John Coltrane auseinander – und ist damit ganz auf den Spuren von Inspektor Takeda, der ebenfalls ein glühender Coltrane-Verehrer ist.

 

Kultur.Wind.Mühle, Süder-Kirchweg 2a, 25704 Nordermeldorf (Thalingburen)

Eintritt € 12,–, Mitglieder 7,–, Schüler & Studenten 5,–.

Veranstalter: jazzcoast.di, Dithmarscher Jazzinitative e.V.

Vorverkauf: Tel. 04832 – 6000832

Sonnabend, 4.5.19, 20 Uhr, Andreas Heineke liest aus: „ Versuchung à la Provence“

Andreas HeinekeAuf Einladung des Peter Panter Buchladens stellt Andreas Heineke seinen neuen Kriminalroman „Versuchung à la Provence“ am Samstag, den 4.5.2019, um 20°° Uhr im Bornholdt vor.

Es ist eine Premierenlesung, die auch entsprechend gefeiert wird.
Endlich Frühjahr in der Provence. In den malerischen Orten im Luberon bereiten sich die Restaurants auf die Touristenströme vor, da macht eine Schreckensmeldung die Runde: Fünf abgetrennte Finger wurden an Starköche verschickt, die allesamt einer Gourmet-Bruderschaft angehören. Ohne Rücksicht auf den Tierschutz kochen deren Mitglieder barbarisch zubereitete Menüs für die Oberschicht. Die örtlichen Tierschutzorganisationen kämpfen seit Jahren gegen die Männer, doch morden sie auch für ihre Überzeugung? Dorfgendarm Pascal Chevrier muss in einem Fall ermitteln, der bis weit in die Anfänge der Gourmetküche zurückreicht.

Den Ort der Handlung hat Andreas Heineke bewußt gewählt. Seit Jahren verbringt er so viel Zeit wie möglich in der Provence.

 

Andreas Heineke hat jahrelang in der Musikbranche und fürs überregionale Fernsehen gearbeitet.

Seit 2012 arbeitet er vor allem als Fernsehjournalist beim NDR, „eine schöne, aber zeitraubende Arbeit“. Er drehte zum Beispiel am 23.4.2012, am internationalen Welttag des Buches, einen Film über den Peter Panter Buchladen anlässlich einer Lesung mit Frank Schulz.

2012 erschien sein erstes Sachbuch über das Hamburger Kinderhospiz Sternenbrücke „Ein Regenbogen zu den Sternen“.

Sein Roman „Der Sound der Provence“ erschien im gleichen Jahr und 2015 das Buch „Sie haben ihr Baby am Airport vergessen“ in Kooperation mit Maryam Komeyli. 2016 verfasste er zusammen mit Vera Kaesemann „Liebe kälter als der Tod – Einem Narzissten verfallen“.

Andreas Heineke lebt mit seiner Familie in Dithmarschen.

Ort: Kulturkneipe Bornholdt, Zingelstr. 14, 25704 Meldorf

Eintritt: € 10,– / ermäßigt € 5,– , im Vorverkauf € 9,– bzw. € 4,–

Vorverkauf ab sofort: 04832 – 4104 im Peter Panter Buchladen

Veranstalter: Peter Panter Buchladen

Mittwoch, 5.12.18, 20 Uhr, Maruan Paschen liest aus „Weihnachten“

10 Jahre Matthes & Seitz Berlin im Literarischen Colloquium am Wannsee

Warten auf Weihnachten. Jede Familie hat zu diesem großen Festtag ihre eigene Tradition entwickelt, die über Jahre hinweg gepflegt wird. Die Paschens treffen sich zum gemeinsamen Fondue-Essen.

Der Beginn ist ein Autokonvoi durch die norddeutsche Winterlandschaft. Das Ziel ist ein See, um dort gemeinsam zu feiern. Es sind die fünf Onkel, die Mutter und der erzählende Sohn. Der Ich-Erzähler ist Maruan Paschen. Auch wenn es der Name des Autors ist, beginnt man als Leser doch an einer autobiografischen Erzählung zu zweifeln. Es ist ein moderner Familienroman. Der Erzähler erzählt die Handlung einem Dr. Gänsehaupt während einer Therapiesitzung. Im Verlauf dieses Gespräches erfährt man auch ziemlich am Anfang, dass am Ende der Weihnachtsfeierlichkeiten seine ganze Familie tot sein wird.

Das Familienfest nimmt seinen unterhaltsamen Verlauf. Immer steht im
Vordergrund das, was eine Familie mindestens an Weihnachten zusammenhält. Wenn dies nicht gelingen sollte, könnten Fesseln hilfreich sein. So wird auch das Fondue bei den Paschens stets in Handschellen zu sich genommen. Dies kann natürlich auch verstörend wirken, wenn man dies als selbstverständliche Weihnachtstradition ansieht und darüber erzählt.

Mit dem weiteren Verlauf wird das Tischtuch wohl gleich dem Handlungsstrang immer bunter. Dabei ist es kein reiner humoristischer Roman, sondern ein kluger Text mit aberwitzigen Ideen und Formulierungen. Ein Buch, das unterhält und unglaublichen Spaß macht. Man fragt sich auch immer mehr nach dem Kern einer Wahrheit des Erzählers. Wer ist Dr. Gänsehaupt wirklich, gibt es ihn und die Familie überhaupt? Das Absurde und Nebensächliche macht Weihnachten zu
einem Fest, das gerne täglich so gefeiert werden dürfte.

Maruan Paschen ist 1984 im Westjordanland geboren und in Hamburg aufgewachsen. Nach einer Ausbildung zum Koch studierte er am Schweizerischen Literaturistitut in Biel, am Institut für Sprachkunst in Wien und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Seine Masterarbeit „Kai. Eine Internatsgeschichte“ erschien 2014 im Verlag Matthes & Seitz Berlin. Sein neuer Roman „Weihnachten“ ist ein „Sehr unterhaltsamer Roman“ (Doris Akrap in der taz). Maruan Paschen lebt in Berlin.

Traumausstatter, Süderstr. 9, Meldorf

Eintritt: € 10,–, ermäßigt 5,–, im Vorverkauf: € 9,–, ermäßigt 4,–.

Veranstalter: Peter Panter Buchladen

Mittwoch, 14.11.18, 19 Uhr, Frank Trende stellt vor: Carsten Niebuhr: „Reisebeschreibung nach Arabien und andern umliegenden Ländern“

Am 7. Januar 1761 sticht nach langen Vorbereitungen eine »gelehrte Gesellschaft« im Auftrag des dänischen Königs in Kopenhagen in See. Neben Niebuhr als Geometer und Astronom sind ein Naturforscher, ein Philologe, ein Arzt und ein Kupferstecher Teil dieser Forschungsgruppe. Es ist die erste Expeditionsreise in das nahezu unbekannte Jemen, die ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken und nicht der Erschließung neuer Handelswege dient. Auch methodisch betritt sie Neuland, die königliche Instruktion wird durch 100 Fragen von Wissenschaftlern aus ganz Europa ergänzt. Doch sie endet in einer Katastrophe: Im Jemen erkranken alle Teilnehmer an Malaria, allein Niebuhr überlebt.

Niebuhr beschließt, dennoch den vorgesehenen Rückweg durch den Persischen Golf und das Zweistromland anzutreten. Die Ruinen von Persepolis werden seine kostbarste Reiseerinnerung, als Erster fertigt er Kopien der Inschriften in Keilschrift an und schafft damit die Voraussetzung für deren Entschlüsselung. Genaue Längenbeobachtung auf See, neue Karten vom Nildelta, dem Roten Meer, Pläne und Beschreibungen von Kairo, Suez, Bombay, Basra, Bagdad und vieles mehr sind der reiche Ertrag seiner Reise.

Nach beinahe sieben Jahren, am 20. November 1767, landet Carsten Niebuhr wieder in Kopenhagen an – wo man ihn und die Expedition fast vergessen hat. 1774 erscheint der erste Band seiner „Reisebeschreibung nach Arabien und andern umliegenden Ländern“, 1778 folgt der zweite Band, erst posthum der dritte Band. Sein Werk ist voller kartografischer, astronomischer und völkerkundlicher Beobachtungen. Es macht nicht nur in der wissenschaftlichen Gemeinschaft Eindruck, Geistesgrößen seiner Zeit wie Schiller und Goethe schätzen ihren Wert.

Niebuhr beweist mit seinem sachlich-respektvollen Blick auf fremde Menschen und ihre Kulturen, dass er nicht als Entdecker nach Arabien reiste, sondern als wissbegieriger Ethnologe. Seine Reisebeschreibungen sind kein exotisches Panorama aus 1001 Nacht, sondern ein faktenreiches Monument der Aufklärung – das die Andere Bibliothek mitsamt allen Kupferstichen aus den Originalbänden wieder zugänglich macht.

 

Carsten Niebuhr wurde am 17. März 1733 in Lüdingworth bei Cuxhaven geboren und stammt aus einer alteingesessenen Bauernfamilie. Er begann erst spät mit einem Studium der angewandten Mathematik in Göttingen. Als ihm 1758 die Teilnahme an der »Arabischen Reise« angeboten wurde, studierte er zur Vorbereitung auch arabische Sprachen und Astronomie. Mit Hilfe des »Astrolabiums« erschloss er neue Methoden zur Bestimmung der geografi schen Lage. Am 26. April 1815 stirbt er im holsteinischen Meldorf, nachdem er 1778 zum dänischen Justizrat und Landschreiber in Süderdithmarschen und 1808 zum Etatsrat ernannt worden war. Zu seinen Ehrungen gehörte die Mitgliedschaft in der Académie française und der Danebrog-Orden.

Frank Trende, geboren 1963, ist in der Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein tätig. Von 1995 bis 2007 war er Redaktionsleiter der Zeitschrift Dithmarschen und ist Autor zahlreicher kulturgeschichtlicher Beiträge in Zeitungen und Sammelbänden.

 

 

Dithmarscher Landesmuseum, Bütjestr. 2, Meldorf

Eintritt: € 10,–, ermäßigt 5,–, im Vorverkauf: € 9,–, ermäßigt 4,–.

Veranstalter: Dithmarscher Landesmuseum und Peter Panter Buchladen, unterstützt vom Freundeskreis Dithmarscher Landesmuseum

 

Donnerstag, 8.11.18, 19.30 Uhr, Britta Bendixen liest aus: „Der Kuss des Panthers“

Ein neuer Fall für die Flensburger Kommissare Carsten Andresen und Lutz Weichert.

Nina, eine junge Frau, Teilnehmerin eines Krimi-Schreibkurses, bei dem auch Weicherts Freundin Verena mitmacht, wird eines Tages erschlagen in ihrer Wohnung aufgefunden.

Trotz rätselhafter Spuren auf der Mordwaffe ist Lutz Weichert bald davon überzeugt, dass der Kursleiter Thomas Kuhl die hübsche Studentin ermordet hat. Kommissar Andresen – dessen Privatleben von seiner Tochter und der neuen Nachbarin auf den Kopf gestellt wird – ist anderer Meinung. Auch Weicherts Freundin Verena ist von der Unschuld des attraktiven Kursleiters überzeugt – was die Beziehung zu Weichert auf eine harte Probe stellt und sie selbst unversehens in Gefahr bringt…

Britta Bendixen wuchs in Flensburg auf und machte dort eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten. Im Jahr 2012 begann sie, sich intensiv mit dem Handwerk des Schreibens zu beschäftigen und selbst Geschichten zu erfinden.

Ihr erster Regionalkrimi „Höllisch heiß“ wurde 2014 vom Boyens Buchverlag veröffentlicht. 2017 folgte „Der Kuss des Panthers“. Neben Romanen verfasst Britta Bendixen auch gerne Kurzgeschichten. Ihr Buch „Um drei bei Eduscho“ mit Anekdoten über ihre Heimatstadt Flensburg erschien 2016. Seit 2014 ist sie Mitglied des Flensburger Autorentreffs. Britta Bendixen lebt mit ihrem Mann, den beiden Töchtern und zwei Katzen in Handewitt.

Dom – Café (Gewölbekeller)

Eintritt: €10,–

Eine Veranstaltung der Volkshochschule Meldorf und des Peter Panter Buchladens.

Freitag, 26.10.18, 20 Uhr, Krimi-Autoren im Duett – Eine szenische Lesung mit Antonia Fehrenbach und Hardy Pundt

Etwas wird geschehen…

Antonia Fehrenbach und Hardy Pundt stellen ihr neues Lesungsprogramm vor, erstmalig gemeinsam, sozusagen im Doppelpack. Die beiden Autoren des Gmeiner-Verlags lesen wechselseitig aus ihren Krimiserien, mit Fokus auf ihre jeweils jüngsten Romane „Windige Hunde“ (Fehrenbach) und „Strandleiche“ (Pundt).

Unverblümt lassen die beiden ihre Protagonisten aufeinandertreffen, lesen quer durch ihre Werke und verschonen sich und ihre Figuren nicht mit humorvollen Sticheleien. Durchaus aktuell geht es um Klimawandel und Windkraft, Deiche, Meer, Vögel, Geld, Gier und Glanz sowie stürmische Zeiten und alte Geheimnisse.

Was passiert, wenn Tanja Itzenga, die Hauptkommissarin in Pundts ostfriesischen Kriminalromanen, auf Fehrenbachs Romanheldin Franziska Wilde aus Holstein trifft? Entsteht hier, ad hoc auf der Bühne, ein neuer Krimi? Wird es ein Doppelmord?

Frech, aber auch ernsthaft und mit viel Augenzwinkern erleben Sie eine bunte Inszenierung, die genügend Raum für Improvisationen lässt. Denn egal was geschieht, beide Autoren verfügen über genügend Stoff für eine spannende und unterhaltsame Performance.

Eine Lesung einmal anders!

Traumausstatter, Süderstr. 9, 25704 Meldorf

Eintritt: € 10 / ermäßigt 5, im Vorverkauf: € 9, ermäßigt 4.

 

Vorverkauf ab sofort: im Peter Panter Buchladen 04832 – 4104 oder buchladen@peter-panter.de

Veranstalter: Peter Panter Buchladen