Sonntag, 4.12, 19 Uhr: Alberto Acosta und Grupo Sal

Ditmarsia, Süderstr. 16, 25704 Meldorf: Der Einlass ist ab 18°° Uhr.

Acosta Plakat

Acosta Plakat

Ist es mehr als ein schöner Traum, dass Mensch und Natur in einem solidarischen Miteinander abseits von Wachstumszwängen leben? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Ökonom und ehemalige Energieminister Ecuadors Alberto Acosta. Im Rahmen einer Konzert-Lesung präsentiert die lateinamerikanische Musikgruppe Grupo Sal gemeinsam mit Acosta ein Programm, das einen informativen, aber auch künstlerischen Zugang zu der international an Bedeutung gewinnenden Thematik ermöglicht.

Die Lebensanschauung der indigenen Anden-und Amazonasvölker zielt auf ein Leben im Einklang mit der Natur und allen Geschöpfen. Es bedeutet eine neue Ethik der Entwicklung, fordert ein soziales und solidarisches Wirtschaften und eine Abkehr von Wirtschaftswachstum als zentralem Entwicklungskriterium.

„Nach Wien, München, Kassel und Saarbrücken ist Meldorf einziger Veranstaltungsort nördlich der Elbe und Schlusspunkt einer beachtungswerten Rundreise“, sagt Dr. Dietrich Stein.

Wie funktioniert „Buen Vivir“? Welche Perspektiven sind damit verbunden? Gibt es Möglichkeiten, dieses Konzept indigenen Ursprungs auch in unsere westliche Lebenswelt einzubinden? Alberto Acosta trägt seine Ideen und Visionen zu diesem Thema vor und berichtet über seine Erfahrungen bei der politischen Umsetzung. Im Dialog mit dem Journalisten Thomas Pampuch werden Aussagen aus seinem Vortrag vertieft und auch das Publikum ist dazu aufgefordert, Fragen zu stellen und sich an der Diskussion zu beteiligen. Grupo Sal begleitet und ergänzt die Ausführungen durch eine Fülle von Beispielen der lateinamerikanischen Musik, um die neuen Töne aus Lateinamerika musikalisch erfahrbar zu machen.

Karten für die Veranstaltung sind für 12,- Euro zu erhalten im Vorverkauf in Meldorf im Peter Panter Buchladen, Zingelstraße 12 (Tel. 04832/4104) und in Heide im Weltladen e.V., Markt 28 und – soweit dann noch vorhanden – an der Abendkasse. Zur Vorbereitung und Nachbereitung empfiehlt sich Alberto Acostas Buch Buen Vivir – Vom Recht auf ein gutes Leben, München 2015,  für 16,95 Euro

Eintritt: € 12,–, ermäßigt 10,–

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20.9. bis 25.9. Kunst im Hofgarten: Frank Speth

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Skulpturen von Frank Speth

….und es geht weiter mit der Kunst: Im Rahmen der Dithmarscher
Kohltage wird vom Dienstag, den 20.09. bis Sonntag, den 25.09.2016 der
Quickborner Bildhauer und Künstler Frank Speth seine Gartenskulpturen
aus Stein und großformatigen Köpfe aus Terrakotta im Peter Panter
Buchladen ausstellen. Im Hinterhof, Laden und vor der Tür laden seine
Werke während der Öffnungszeiten von 9.00-18.00 Uhr und am Samstag von
9.00 -13.00 zur Betrachtung ein. Am verkaufsoffenen Sonntag von 12.00
bis 17.00 wird Frank Speth anwesend sein und im Hinterhof am Stein arbeiten.

Auf seiner Internetseite (KunstSam.de) ist im Rahmen der
Künstlerbiographie zu lesen: „Ich mache Kunst, weil ich eigentlich nicht
anders kann – es drängt mich einfach, etwas Neues und Schönes in diese
Welt zu stellen.“
Dies sieht man auch, wenn man die Skulpturen aus Granit oder Sandstein,
auf Eichenstelen stehend, betrachtet. Der Anblick der Gegensatzes
zwischen den groben und geschliffenen Flächen des Steines  zeige sich
dann in seiner ganzen Schönheit. Über seine Leidenschaft für Ton sagt
Frank Speth: “ Ich habe mir die Milde der Arbeit an diesem Material für
den Abend aufgehoben“. Herausgekommen sind Gesichter und Profile, die
zum Entdecken einladen.

„Totes Holz guckt selten froh“

Der Holzbildhauer Hermann Knepper kommt auf Einladung des Peter Panter Buchladens nach Meldorf. Er wird seine Skulpturen in der Zeit vom 14. bis zum 17.September 2016 im Innenhof des Buchladens ausstellen, dort arbeiten und auch gerne im Gespräch sein.

Hermann Knepper

Hermann Knepper

Hermann Knepper bringt eine große Anzahl von Objekten mit, die alle aus Eichenholz und Metall gefertigt sind.
Den Werkstoff Eiche lernte er beim Fachwerkhausbau kennen. Für seine figürlichen Objekte verwendet Hermann Knepper Balken und Pfosten von unterschiedlichem Alter und Herkunft. Der Querschnitt des Materials bestimmt jeweils die äußere Form. Die großen Objekte, die zwischen 1,5 und 2,5 Meter lang und hoch sind, nennt er „Zischinger“, die kleinen, etwa einen halben Meter großen, „Voll-Pfosten“.
„Zischinger“ sind gehörnte Gesellen. Unten mit einer massiven Metallspitze versehen, stecken sie fest im Boden. Sie trotzen Wind und Wetter und verändern mit der Zeit ihr Aussehen, so wie wir Menschen. Sie altern.
Das chemisch unbehandelte Eichenholz entwickelt besonders dann eine über die Jahreszeiten wechselnde Patina, wenn es draußen steht und der Witterung ausgesetzt ist.
Die kleinen Objekte, die „Voll-Pfosten“, sind manchmal aus jahrhundertealten Fachwerkbalken und tragen das Alter in sich. Die Holzoberflächen sind „schrundig“, rissig und bilden einen starken Kontrast zu den bearbeiteten Flächen, in denen intaktes, festes Holz sichtbar wird.
Letztendlich schauen alle Skulpturen unfroh drein, denn „Totes Holz guckt selten froh“ (Hermann Knepper).
Wer die „Zischinger“ oder „Voll-Pfosten“ kennenlernen will, kommt einfach gucken!
Wer es nicht mehr abwarten kann, guckt schon mal vor : www.zischinger.de

Zur Person:
Hermann Josef Knepper ist 1957 in Waltrop am Dortmund-Ems-Kanal geboren.
Das, was er bisher im Leben gemacht hat, war meistens etwas mit den Händen.
Er verbrachte im Juli ein paar Wochen in Dithmarschen, um sich auf seine Ausstellung vorzubereiten. Er kommt zu einer überraschenden Beobachtung.
„Dat, wat(t) bei Euch in Dithmarschen der Deich, is bei uns im Pott der Kanaldamm. Ob Ihr es glaubt oder nicht, sie sehen sich sogar ähnlich und haben eines gemeinsam.
Selten gibt’s Strand. Is aber auch schön.“

Ausstellung, Werkstatt und Gespräche finden statt:

täglich von Mittwoch, den 14.9., bis einschließlich Sonnabend, den 17.9.2016
von jeweils 10 – 18.30 Uhr
Ort und Veranstalter: Peter Panter Buchladen, Zingelstr. 12,25704 Meldorf
Eintritt: frei

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13. Nov. 2015: Ein Abend mit Kurt Tucholsky

Knapp und Hanz

Heribert Knapp aus Paderborn, ist inzwischen vielen als geistreicher Rezitator von Goethe, Heine, Droste-Hülshoff, Tucholsky, Kästner und Lasker-Schüler bekannt. Seit nun inzwischen zehn Jahren gestaltet er außerdem an den „Geseker freiTagen“ ebenso kenntnisreich wie launig seine kulturhistorischen Vorträge über Kultur- und Kunstepochen.
Thomas Hanz ist einer der vielseitigsten und interessantesten Gitarristen Deutschlands. Seine Projekte reichen vom Familienkonzert bis hin zum Duo mit Kirchenorgel. Konzertreisen unternimmt er durch ganz Europa, hat zahlreiche CDs eingespielt, war Preisträger bei internationalen Wettbewerben und seit 1998 ist er künstlerischer Leiter des internationalen Gitarrenfestivals Ruhr.

Heribert Knapp, Rezitation | Thomas Hanz, Gitarre

Zu einem literarisch-musikalischen „Abend mit Kurt Tucholsky“ lädt der Peter Panter Buchladen ins Schleswig-Holsteinische Landwirtschaftsmuseum am 13. November um 20 Uhr ein.
Für dieses Programm hat der Rezitator Heribert Knapp aus dem umfangreichen Werk Tucholskys einige der populärsten Texte und Gedichte ausgewählt. Dabei sind bekannte Lieder wie „Ideal und Wirklichkeit“ oder die philosophischen Betrachtungen über „Das Loch“.
Kurt Tucholsky zählt zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. Als Autor der Wochenzeitung „Die Weltbühne“ erwies er sich als Gesellschaftskritiker in der Tradition von Heinrich Heine. Er war zugleich Satiriker, Kabarettautor, Liedtexter, Lyriker und Romanautor. Er verstand sich selbst als linker Demokrat, Antimilitarist und warnte früh vor dem drohenden Nationalsozialismus.
Musikalisch kommentiert und ergänzt werden die Texte von Thomas Hanz. Eigens für das Programm hat der Gitarrist Stücke komponiert und eine Auswahl aus Jazz- (Django Reinhardt), Tango- (Astor Piazzolla) und Musik aus Tucholskys Zeit (Kurt Weill) zusammengestellt.

Ort der Veranstaltung:
Schleswig-Holsteinische Landwirtschaftsmuseum, Jungfernstieg 4, Meldorf.

Eintritt:
€ 10,–, ermäßigt 7,–

Vorverkauf:
ab sofort : 04832 -4104

Veranstalter:
Peter Panter Buchladen

Geschichten aus siebenhundertneunundvierzig und einem Wort

Lesung zum 750-jährigen Jubiläum der Stadt Meldorf

749 und ein Wort - Veranstaltungsplakat

749 und ein Wort – Veranstaltungsplakat

Wie kann man 750 Jahre Meldorf würdigen und feiern? Man bräuchte eigentlich 750 Jahre dafür. Wir verstehen „Siebenhundertneunundvierzig und ein Wort“ als den literarischen Beitrag zum Stadtjubiläum.
Die Meldorfer Bürgermeisterin Anke Cornelius-Heide hatte die wunderbare Idee, bekannte Schriftsteller und Schriftstellerinnen zu bitten, die 750 Jahre in siebenhundertfünfzig Worten darzustellen.
So wurden namhafte dithmarscher Autorinnen eingeladen, exklusiv für das Stadtjubiläum Geschichten aus siebenhundertneunundvierzig und einem Wort für oder über Meldorf zu schreiben.
Entstanden sind neben Geschichten auch Essays und ein Sonett.

Diese werden am 9.10.2015 ab 20°° Uhr in der Ditmarsia Meldorf von ihren Autorinnen vorgestellt.
Es lesen u.a. Heiner Egge, Judith Arlt, Kirsten Hansen, Manfred Schlüter und Werner Wichern. Sie werden ihre Zuhörerinnen wie im Märchen verzaubern. Zu hören gibt es dann unter anderem eine Meldorfwoche, einen Besuch von Martin Luserke und einen Schreiber auf der Suche nach dem ersten von 750 Wörtern und was es mit einer Meldorfer Edelkastanie auf sich hat.

Diese Literaturnacht wird durch Musik von Boris Guckelsberger in zusätzliche Schwingungen versetzt.

Veranstalter des Abends sind: die Meldorfer Stadtbücherei, das Unternehmen Leselust, Meldorfer Literaturfreunde und der Peter Panter Buchladen.

Donnerstag, 10.9., 20.00 Uhr: Lutz van Dijk liest aus : „Afrika-Geschichte eines bunten Kontinents“ und „Nanas Liebe“

Lutz van Dijk

Lutz van Dijk, geboren 1955 in Berlin, ist ein deutsch-niederländischer Schriftsteller. Er war zuerst Sonderschullehrer in Hamburg, später Mitarbeiter des Anne-Frank-Hauses in Amsterdam. Bis 1994 hatte er aufgrund seines Antiapartheid-Engagements Einreiseverbot in Südafrika. 1997 besuchte er Südafrika zum ersten Mal.
Anfang 2001 gründete er zusammen mit der Südafrikanerin Karin Chubb die Hilfsorganisation HOKISA ( Home for Kids in South Africa) im Township Masiphumele. Diese Organisation kümmert sich um von AIDS betroffene Kinder und Jugendliche, die ihre Eltern durch AIDS verloren haben oder selbst infiziert sind. Zwanzig Kinder finden hier in zwei Häusern Betreuung und Schutz.

Wie schon vor zwei Jahren findet diese Lesung in Zusammenarbeit mit dem Friedrich-Bödecker-Kreis ( Schleswig-Holstein) statt, und zwar am Donnerstag, den 10.9.2015, um 20.°° Uhr im Peter Panter Buchladen.
Am nächsten Tag liest Lutz van Dijk vormittags für SchülerInnen in der Meldorfer Gelehrtenschule , wo wir mit einem Büchertisch vertreten sind.
Die großen Veränderungen in Afrika haben Lutz van Dijk veranlasst, sein vor zehn Jahren verfasstes Buch „ Eine Geschichte Afrikas“ zu überarbeiten. In der Neuauflage geht er auf mehrere Aspekte ein: auf die wachsende Präsenz Chinas in den meisten afrikanischen Staaten , auf den arabischen „Frühling“, und auf die innerafrikanischen Fluchtbewegungen und nach Europa.
Afrika – mit 54 Staaten und der jüngsten Bevölkerung der Welt- ist bunt und vielfältig. Diese Vielfalt klingt in europäischen Darstellungen vom „schwarzen Kontinent“ selten an. Lutz von Dijk erzählt die Geschichte Afrikas endlich neu und beleuchtet unzählige Facetten des Kontinents. Was seine Geschichte auszeichnet, ist ein Wechsel der Perspektive: Afrikanerinnen und Afrikaner kommen selbst zu Wort und ihre Stimmen machen das Bild von Afrika menschlich und lebendig.
Im zweiten Teil der Lesung leiht er dem jungen südafrikanischen Autoren Sonwabiso Ngcowa seine Stimme. Ngcowa, 1984 in Mpozisa im Ostkap Südafrikas geboren, wuchs später im Township Masiphumele auf. Er schaffte sein Abitur als einer der ersten Township-Jugendlichen an einer damals noch überwiegend von weißen Schülern besuchten Oberschule. Nach Studium und Beruf als Bankkaufmann, entschied er sich im Jahr 2011 für ein Schriftstellerleben.
Sonwabiso Ngcowa erzählt in seinem Roman „ Nanas Liebe“ eine bewegende und ermutigende Coming-out-Geschichte aus Südafrika.
Nana ist neu im Township Masi und sie fühlt sich fremd. Die Mädchen in ihrer Klasse haben nureins im Kopf: das richtige Outfit und Jungs! Nana teilt ihre Leidenschaft nicht, und erst als sie sich in ihre Nachbarin Agnes verliebt, fängt sie an, sich selbst zu verstehen. Sie erfährt nun beides, großes Glück und die Angst vor Ablehnung und Gewalt.
Eintritt: Vorverkauf: Euro 7 / ermäßigt 3,50
Abendkasse: Euro 8 / ermäßigt 4 ,00
Lutz van Dijk hat „Nanas Buch“ ins Deutsche übertragen und mit einem Nachwort versehen.
Ort der Veranstaltung: Peter Panter Buchladen, Zingelstr. 12, 205704 Meldorf
Vorverkauf ab sofort: 04832 – 4104

16.5. 20 Uhr Musikalische Krimilesung mit Hardy Pundt (Autor) und Em Huisken (Musik), Bornholdt, Zingelstr. 14, Meldorf

Musikalische Krimilesung Norden

Musikalische Krimilesung Norden

Vier Krimis sind mittlerweile aus der Feder des Autors Hardy Pundt entstanden. Die Storys drehen sich um die Hauptkommissarin Itzenga und ihren Kollegen Ulferts, die bei der Kripo in Aurich arbeiten. Zwar ist der Bezug zu Ostfriesland deutlich – aber die Geschehnisse ziehen oft weitere Kreise. In „Wattentod“, erschienen 2014, spielen sich die Ereignisse im Weser-Elbe-Mündungsgebiet ab, Haffkrug an der Ostsee ist Schauplatz und die Polizei Lübeck muss ebenfalls aktiv werden. Welche Rolle spielt dabei ein Todesfall im Harz – und warum flüchtet ein Verdächtiger gerade bis an die polnisch-weißrussische Grenze?

Autor Hardy Pundt stammt von der ostfriesischen Nordseeinsel Memmert, arbeitet als Hochschuldozent und schreibt… Vor Ort liest er aus seinen Büchern, erzählt über Hintergründe, signiert und freut sich auf Gespräche mit Gästen!

Der Musiker Em Huisken ist mit Hardy Pundt seit Kindertagen bekannt. Hardy Pundts Vater – selbst ein begnadeter Jazzpianist – brachte Em Huisken damals zur Musik. Da liegt die inzwischen mehrfach bewährte Zusammenarbeit auf der Hand.

Immer wieder läßt sich Em Huisken von Hardy Pundts Krimis zu neuen Liedern inspirieren: so z.B. „Vom Nutzen der Deiche“ (zum Buch „Deichbruch“) oder „Bugschuss“ (zum gleichnamigen Buch). Auch diesmal gibt es wieder neue Lieder.

Em Huisken tourt ansonsten als Folkmusiker vorwiegend solo mit seiner friesisch-keltischen Musik. Er war bereits mehrfach vor Ort und ist daher kein Unbekannter mehr.

Weitere Infos: www.emhuisken.de und hardypundt.jimdo.com

Eine Veranstaltung von Peter Panter Buchladen und Zingel-Kultur e.V.

Frank Schulz liest: „Onno Viets und das Schiff der baumelnden Seelen“

Frank Schulz

Frank Schulz

Freitag, den 27. Februar 2015 um 20°° Uhr, im Traumausstatter, Süderstr. 9, Meldorf
Eintritt: € 8,–, ermäßigt 4,–, im Vorverkauf: € 7,–, ermäßigt 3,50.

Im Fernsehbeitrag des Schleswig-Holstein Magazins zu seiner Lesung aus „Onno Viets und der Irre vom Kiez“ in Meldorf sagte Frank Schulz: „Da halte ich gerne die Treue und freue mich jedes Mal, dort raus zu fahren.“ Dieses Versprechen macht er jetzt wahr – mit seinem zweiten Onno-Viets-Krimi.

Onno Viets sticht in See! Frank Schulz schickt seinen eigenwilligen Privatdetektiv auf Kreuzfahrt. Aberwitzig und überbordend, sprachgewaltig und – ja – ergreifend. Als Onno – Mitte 50, Hartz-IV-Empfänger, überzeugter Nichtschwitzer und ungeschlagen an der Pingpong-Platte – zumindest in Hamburg-Eppendorf – sich im Jahr 2012 zum ersten Mal zwischen zwei Buchdeckeln ausbreitete, um es gleich mit dem »Irren vom Kiez« aufzunehmen (zumindest privatdetektivisch), prophezeite Harry Rowohlt der deutschen Gegenwartsliteratur, dass sie sich spätestens jetzt »endgültig warm anziehen« könne.

Auch andere Kollegen (Wolfgang Herrndorf: „Spitzenbuch!“) und die Presse (Volker Weidermann in der FAS: „Den lustigsten Weltverweigerer hat natürlich Frank Schulz erfunden… Die Welt ist danach nicht mehr die gleiche“) verfielen dem ganz speziellen viets’schen Charisma. Nun hat Frank Schulz einem der wohl außergewöhnlichsten Privatdetektive der Literaturgeschichte einen neuen Fall auf den noppenbesockten Leib geschrieben.

Noch immer leidet Onno unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, ausgelöst durch die Turbulenzen seiner ersten Ermittlungen. Da trifft es sich gut, dass der exzentrische Künstler Donald Jochimsen – Vetter von Onnos bestem Freund – nach Begleitung für eine Mittelmeerkreuzfahrt sucht. Er hat sein alterndes Herz an eine junge Animateurin verloren, die auf dem Schiff arbeitet, leidet aber zugleich unter einer stark ausgeprägten „Viktimophobie“. Kein Wunder, dass er sich nach Beistand sehnt. Was die beiden auf dem Schiff erleben, schwankt zwischen der ersehnten Entspannung (Onno) und paranoid-misanthropischen Schüben (Donald), bis etwas Erschütterndes geschieht, das der turbulenten Reise ein abruptes Ende – und ganz andere Dinge in Gang setzt. Frank Schulz schreibt wie kein Zweiter. Seine Sprache strotzt vor Ideen, Witz und Eleganz. Ein fulminanter zweiter Onno Viets, ein großer Roman.

Frank Schulz, ist 1957 in Hagen bei Stade geboren, er lebt als freier Schriftsteller in Hamburg. Für die Romane seiner „Hagener Trilogie“ (Kolks blonde Bräute, 1991, Morbus fonticuli oder Die Sehnsucht des Laien, 2001, Das Ouzo-Orakel, 2006) wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Hamburger Hubert-Fichte-Preis 2004, dem Hamburger Irmgard-Heilmann-Preis 2006 und dem Kranichsteiner Literaturpreis des Deutschen Literaturfonds 2012. Am 31. Januar 2015 erhält er den „Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor“, die Laudatio hält Sven Regener.

Zur Begründung schreibt die Jury:

„Der Preis ehrt einen der großen humoristischen Erzähler unserer Zeit. Seine monumentalen Romane schildern detailversessen und mit höchster Präzision den ganz normalen Irrsinn des heutigen Lebens. Liebevoll zeichnet er die Innenwelt und Kommunikation seiner schrägen Figuren, eingebettet in hinreißende Situations-, Milieu- und Landschaftsbeschreibungen. Ob Scherz, Satire, Ironie, Groteske oder Nonsens – Schulz spielt meisterhaft auf der Klaviatur des Komischen, um menschliche Abgründe von Lust, Sucht und Versagen auszubreiten, Überlebens- und Palaverstrategien vorzuführen oder den allgegenwärtigen medialen Trash zu entsorgen. Virtuos und hochkomisch komponiert er eine Symphonie der Stimmen, der Dia- und Soziolekte, Redemarotten und Lieblingswörter.”

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Sonnabend, 27.9.2014, 20 Uhr: Kristof Magnusson liest aus „Arztroman“

kristof magnusson verfremdet nach einem foto von gunnar krack

kristof magnusson verfremdet nach einem foto von gunnar krack

Als Buchhändler würde man ja eigentlich niemals einen Arztroman lesen. Als aber „Arztroman“ von Kristof Magnusson auf den Lesetisch kam, gab es kein Halten mehr.

Kristof Magnusson bevorzugt, wie er in seinen bisherigen Romanen „Das war ich nicht“ und „Zuhause“ gezeigt hat, das unterhaltende Element; schon die Wahl des Titels zeugt davon, dass er keine Angst davor hat, in die falsche Gesellschaft von Heftchenromanen zu geraten. Im Gegenteil: Der Titel spielt bewusst mit dieser Assoziation.

Anita Cornelius ist Notärztin an einem großen Berliner Krankenhaus und liebt ihren Beruf. Sich auf unerwartete Situationen einzustellen, entspricht ihrem Temperament. Trägt sie ihre Jacke mit der Aufschrift NOTARZT, zieht sie damit eine unanzweifelbare Autorität über, schneidet Verkehrsopfer aus Unfallwagen, reanimiert Bodybuilding-Greise im Fitness-Studio, klaubt verwahrloste Männer aus Gartenlauben, rettet Leben.

Adrian, ihr Exmann, ist Arzt am selben Krankenhaus. Sie haben sich erst vor kurzem in bestem Einvernehmen getrennt, und Lukas, ihr vierzehnjähriger Sohn, lebt bei seinem Vater und dessen neuer Freundin Heidi.

Hätte Anita Adrian nicht zufällig bewusstlos auf der Krankenhaustoilette gefunden, zugedröhnt mit einem Narkosemittel, und hätte Heidi nicht dauernd diese flotten Sprüche losgelassen, dass jeder seines Glückes Schmied ist, dass Arme und Kranke oft genug selbst an ihrem Zustand schuld sind, dann könnte sich Anita weiter vormachen: alles ist in bester Ordnung. Ist es aber nicht. Weder privat noch beruflich.

Kristof Magnusson erzählt mit akribisch recherchiertem Realismus und empathischem Humor einen „Arztroman“, dessen spröde Heldin die Doktoren aus Schwarzwaldkliniken und Emergency Rooms ziemlich leblos aussehen lässt. Und er erzählt witzig und unterhaltend aus dem Leben einer Frau Anfang vierzig, die mehr will als Routine und »schöner Wohnen«.

So ist Kristof Magnusson ein Roman gelungen, der in diesem Jahr ein bis zwei guten Romanen keine Chance mehr geben wird, da der „Arztroman“ noch mindestens zweimal gelesen werden möchte.

Kristof Magnusson, geboren 1976 in Hamburg, lebt als Autor und Übersetzer aus dem Isländischen in Berlin. Sein Debütroman „Zuhause“ (2005) wurde mit dem Rauriser Literaturpreis ausgezeichnet, sein Roman „Das war ich nicht“ war ein Bestseller. Detlev Bucks Verfilmung seiner Komödie „Männerhort“ kommt im Oktober in die Kinos.

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Freitag, 4. Juli 2014 20 Uhr: Sonja Wegner liest aus: „Zuflucht in einem fremden Land“

Sonja-WegnerEin Rechtsanwalt aus Berlin, der fern der Heimat eine deutschsprachige Radiosendung gründet, ein junger Mediziner mit musikalischer Ausbildung, der den Chorgesang populär macht, ein kleiner Junge, der von Indianern und Krokodilen träumt und später Regisseur wird, eine junge Frau mit Kind und einem blinden Ehemann, die auf dem Land ein Hotel eröffnet und Gedichte schreibt – sie und etwa 10.000 andere fanden als von den Nazis verfolgte Juden Zuflucht in Uruguay.

Die Berliner Historikerin Sonja Wegner hat mit ihrem Buch die Geschichte dieser »Zuflucht in einem fremden Land« erforscht. Im ersten Teil des Buches beschreibt sie die Wege ins Exil, das oft eine Rettung in letzter Minute war. Fast alle Länder verschärften gerade in dem Augenblick ihre Einwanderungsgesetze, als die Nazis den Druck auf die Juden immer weiter steigerten. In einem eigenen Kapitel schildert Sonja Wegner , wie und in welchem Ausmaß die Juden ausgeplündert und entrechtet wurden.

Die Autorin erzählt: „ Meine Interviewpartner haben sich viel Zeit genommen, mir ihre Lebensgeschichte anvertraut und sich auf mein Nachfragen hin , wieder mit für sie persönlich oftmals schmerzlichen Zeiten auseinandergesetzt.“

Das Buch thematisiert die Möglichkeiten, die ihnen Uruguay bot, wo sie offen aufgenommen wurden. Sie konnten dort arbeiten, sich politisch organisieren und bekamen Unterstützung von der ortsansässigen Bevölkerung. In Uruguay angekommen, waren die Verfolgten zwar in Sicherheit, doch standen sie auch vor dem Problem, sich in einem ihnen völlig fremden Land zurechtzufinden und ökonomisch zu überleben.

In den 50er-Jahren verhinderten die in Uruguay ansässigen jüdischen Emigranten, dass ausgerechnet der Mitverfasser der Nürnberger Rassengesetze, Hans Globke, als Staatssekretär der Adenauer-Regierung Uruguay besuchen konnte. Einige der neuen uruguayischen Staatsbürger mussten allerdings in den 70er-Jahren, als in Uruguay eine rechte Militärjunta die Macht ergriff, erneut fliehen. Ernesto Kroch, ein linker Gewerkschafter, der als Jugendlicher vor den Nazis geflohen war, suchte in Deutschland Exil.

Heute verblassen die Spuren der jüdischen Emigration mehr und mehr, so dass Sonja Wegners Buch genau zum richtigen Zeitpunkt erscheint. Sie hält einen bisher unbekannten Abschnitt der jüdischen Emigration fest und lässt dabei die letzten Zeitzeugen zu Wort kommen.

Sonja Wegner
Sonja Wegner, geboren 1962 in Rourkela/Indien, hat nach einer Ausbildung als Krankenschwester an der Universität Essen Geschichte und Germanistik studiert. Viele Jahre hat sie als Studienreiseleiterin in Spanien und England gearbeitet und auch gelebt. Das Thema Exil in Uruguay begleitet sie seit ihrer Magisterarbeit. Sie hat in Montevideo zahlreiche Interviews mit Emigranten geführt, Archive gesichtet und mehrere Artikel zum Thema veröffentlicht. Heute lebt Sonja Wegner in Dithmarschen.

Peter Panter Buchladen , Zingelstr. 12, Meldorf, am 4.7.2014, 20.00 Uhr

Eintritt:Vorverkauf: EURO 7,–, ermäßigt EURO 3,50 | Abendkasse: EURO 8,–, ermäßigt EURO 4,–
Kartenvorbestellung: 04832 – 4104

Das Buch ist im Verlag Assoziation A erschienen und kostet 22 Euro.