Petina Gappah: Die Farben des Nachtfalters

Eine junge Frau schreibt um ihr Leben – vor dem Hintergrund der schillernden Geschichte Simbabwes erzählt Petina Gappah in ihrem hoch gelobten Debütroman vom Schicksal einer Außenseiterin
und davon, wie sehr die Erinnerung den Menschen trügen kann.
Sie heißt Memory, sitzt in der Todeszelle in Simbabwes berüchtigtem Gefängnis Chikurubi und schreibt für eine amerikanische Reporterin die Geschichte ihres Lebens auf. Memory ist eine weiße Schwarze, eine Albino-Frau, die bis zu ihrem neunten Lebensjahr in Armut aufwuchs. Dann, so glaubt sie, wurde sie von ihren Eltern an den wohlhabenden Weißen Lloyd Hendricks verkauft. Er kümmerte sich liebevoll um sie und ermöglichte ihr eine erstklassige Ausbildung. Jetzt ist Lloyd tot und Memory des Mordes angeklagt. Sie fühlt sich schuldig, aber worin besteht ihre Schuld? Wer war Lloyd Hendricks wirklich und kann Memory ihren Erinnerungen trauen?

ISBN 978-3-7160-4007-2

Arche Verlag August 2017, EURO 12,00

Samstag, 7.10.2017, 20.°° Uhr, Fünfter Meldorfer Poetry Slam

Da die Begeisterung des Publikums bei den ersten vier Meldorfer Poetry Slams so groß war, sind der Moderator Hannes Maaß und die SlammerInnen für eine neue Runde in Meldorf bereit.

Poetry Slams sind moderne Dichterwettkämpfe, wie es sie ganz ähnlich schon im alten Griechenland und im Mittelalter gab. Auf den Poetry Slam-Bühnen sieht man gelebte Literatur, Texte, die von den Dichtern selbst geschrieben und oft sogar auswendig performt werden.

Das Publikum entscheidet dann per Applaus über den besten Dichter des Abends. Poetry Slam ist Spiel mit der Sprache. Ob Lyrik, Rap, Freestyle, Poesie oder Geschichten, alles ist Slam Poetry, wenn es gesprochen und vorgetragen wird.

Poetry Slam bietet Slampoeten und Autoren eine Plattform um mit- und gegeneinander um die Gunst des Publikums zu kämpfen. Teilnehmen kann jeder, in sechs Minuten pro Runde fast alles erlaubt. Nur selbstgeschrieben müssen die Texte sein.

Lust, selber auf der Bühne zu stehen? Anmeldung und Infos unter info@assembleart.com

Location: Theater im Forum, Gemeinschaftsschule , Promenade 22, 25704 Meldorf
Moderation: Hannes Maaß
Mit: t.b.a.

Eintritt: € 12 / ermäßigt 5

Vorverkauf ab sofort: 04832 – 4104 im Peter Panter Buchladen

Veranstalter: Peter Panter Buchladen & Gemeinschaftsschule Meldorf

Freitag, 29.9.2017, 20°° Uhr, Magdalena Kemper: „Als Kind wünschte ich mir goldene Locken“

Über 30 Jahre hinweg hat die rbb-Redakteurin Magdalena Kemper Zeitzeugen befragt. Sie alle haben eine Gemeinsamkeit: Sie haben den Nationalsozialismus überlebt, im Exil oder im Untergrund. Sie berichten von der Angst, vom Verlust geliebter Menschen, von der eigenen Art der Vergangenheitsbewältigung – aber auch von Neuanfängen, unverhofftem Glück und der Liebe. Entstanden ist so ein berührendes und vielstimmiges Porträt deutsch-jüdischer Geschichte im 20. und 21. Jahrhundert. Diese Sammlung einzigartiger Tondokumente von Gisèle Freund, Inge Deutschkron, Margot Friedländer, Hilde Domin, Gerhard Klein u. v. a. ist nun erstmals im Hörbuch zu hören. Mit Musik von Antonio Vivaldi, Louis Armstrong und Karsten Troyke sowie einem umfangreichen Booklet mit Fotos und Hintergrundinformationen. Die Edition enthält Gespräche mit Gerhard Baader, Inge Deutschkron, Hilde Domin, Gisèle Freund, Margot Friedländer, Salomea Genin, Eva Kemlein, Gerhard Klein, Susanne von Paczensky, Erna Proskauer, Anni Wolff.

»Bei allen schweren Momenten, von denen die Rede sein muss, gelingt es Magdalena Kemper zugleich, viele fast zärtliche Erinnerungen bei ihren Gesprächspartnern zu wecken. Über privates Glück, menschliche Irrungen und den Versuch, Fuß zu fassen in einem Leben, das mit großen Grausamkeiten nicht gespart hat.«
lesenlaufenlauschen.derwesten.de, Volker Stephan, 19.08.2014

Magdalena Kemper, geboren 1947 in Berlin, studierte Germanistik und arbeitet seit 1972 als Journalistin und Redakteurin beim Sender Freies Berlin, später beim rbb. u.a. moderierte sie die Sendung »Das Gespräch«, für die sie über 150 Menschen interviewte. 2012 erhielt sie die Hedwig-Dohm-Urkunde für ihre herausragende journalistische Leistung und ihr frauenpolitisches Engagement.

Ort: Peter Panter Buchladen
Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 4 Euro, im Vorverkauf 7 bzw. 3,50 Euro
Vorverkauf ab sofort: 04832 – 4104
Veranstalter: Peter Panter Buchladen

Dienstag, 19.9.2017, 20°° Uhr, Arnoldo Gálvez Suárez liest „Die Rache der Mercedes Lima“

Guatemala-Stadt, Ende der 1980er Jahre: Der Geschichtsprofessor Daniel Rodríguez Mena wird auf offener Straße erschossen. Er hinterlässt seine Frau und zwei Söhne. Es herrscht Bürgerkrieg, täglich verschwinden oder sterben Menschen. Wie unzählige andere bleibt auch dieser Mord ungeklärt.

Etwa 25 Jahre später bemerkt sein Sohn Alberto im Supermarkt eine Frau, die er sofort wiedererkennt: Mercedes Lima, eine ehemalige Studentin seines Vaters. Schlagartig kehrt die Erinnerung an dessen gewaltsamen Tod zurück und er beschließt, ihr zu folgen – ist sie doch die Einzige, die die Hintergründe kennen könnte. Nie hat Alberto erfahren, ob sein Vater von der Junta exekutiert oder Opfer eines Eifersuchtsdramas wurde, in das auch eine junge Frau mit „sehr langem, schwarzem und glänzendem Haar“ verwickelt war.

Fesselnd, einfühlsam und verstörend direkt berichtet der vielschichtige Roman vom Leben, Lieben und Sterben in einem Land, auf dem noch immer der Schatten eines jahrzehntelangen Bürgerkriegs liegt.

„Die Rache der Mercedes Lima“ erzählt eine abgründige Liebesgeschichte und ein dunkles Polit-Drama in Guatemala.

Der vorliegende Roman erhielt 2015 den BAM Letras Prize for Fiction.

 

Arnoldo Gálvez Suárez, geboren 1982 in Guatemala-Stadt, ist Schriftsteller und Professor für Journalistische Textgestaltung. Seit 2011 koordiniert er das Kommunikationsteam von interpeace, einer unabhängigen internationalen Organisation für Friedensarbeit. Sein Debütroman Los Jueces (2008) wurde mit dem Mario Monteforte Toledo Prize for Fiction ausgzeichnet, 2013 folgte ein hochgelobter Band mit Kurzgeschichten.

Lutz Kliche, geboren 1953, verbrachte nach dem Studium der Literaturwissenschaft und Soziologie fast zwanzig Jahre in Zentralamerika, u. a. als Mitarbeiter Ernesto Cardenals im
Kulturministerium Nicaraguas. Er übersetzte unter anderem Werke von Ernesto Cardenal, Gioconda Belli, Eduardo Galeano und Sergio Ramírez. Daneben arbeitet er als Lektor und Literaturvermittler.

 

Ort: „Traumausstatter“. Süderstr. 9, Meldorf

Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 4 Euro, im Vorverkauf 7 bzw. 3,50 Euro
Vorverkauf ab sofort: 04832 – 4104
Veranstalter: Peter Panter Buchladen

 

Veröffentlicht unter Lesung

Sonnabend, 9.9.17, 20 Uhr, Nur keine Musen: 20 Jahre AvivA Verlag – Britta Jürgs liest und erzählt

Mit der Undercover – Journalistin Nellie Bly nach New York und in 72 Tagen um die Welt, mit Lili Grün ins Berlin und Wien der zwanziger Jahre, mit Victoria Wolff ins Blaue:


Ob Tänzerin, Malerin oder Widerstandskämpferin: Seit 20 Jahren erweitert der AvivA Verlag den Kanon um weibliche Stimmen und Perspektiven. Neben dem Schwerpunkt auf neu- und wiederentdeckten Werken von Autorinnen der zwanziger und dreißiger Jahre ergänzen Ausflüge in andere Epochen und Lebenswelten sowie Biografien und Porträts außergewöhnlicher Frauen aus Geschichte und Gegenwart das Verlagsprogramm.

Mit einer Jubiläumstour in 20 Buchhandlungen quer durch Deutschland begeht der AvivA Verlag seinen 20-jährigen Geburtstag.

Verlegerin Britta Jürgs stellt Highlights aus dem AvivA-Programm vor, liest aus ihren Lieblingsbüchern und erzählt von der Leidenschaft des Büchermachens in einem kleinen unabhängigen Verlag.

 

Britta Jürgs wurde 2011 als »BücherFrau des Jahres« ausgezeichnet und ist seit 2015 Vorsitzende der Kurt Wolff Stiftung.

 

 

Ort: Peter Panter Buchladen

Vorverkauf ab sofort: 04832 – 4104

Eintritt: Vorverkauf: Euro 7 / ermäßigt 3,50
Abendkasse: Euro 8 / ermäßigt 4 ,00

Deborah Feldman: Unorthodox

In der chassidischen Satmar-Gemeinde in Williamsburg, New York, herrschen die strengsten Regeln einer ultraorthodoxen jüdischen Gruppe weltweit. Deborah Feldman führt uns bis an die Grenzen des Erträglichen, wenn sie von der strikten Unterwerfung unter die strengen Lebensgesetze erzählt, von Ausgrenzung, Armut, von der Unterdrückung der Frau, von ihrer Zwangsehe. Und von der alltäglichen Angst, bei Verbotenem entdeckt und bestraft zu werden. Sie erzählt, wie sie den beispiellosen Mut und die ungeheure Kraft zum Verlassen der Gemeinde findet – um ihrem Sohn ein Leben in Freiheit zu ermöglichen. Noch nie hat eine Autorin ihre Befreiung aus den Fesseln religiöser Extremisten so lebensnah, so ehrlich, so analytisch klug und dabei literarisch so anspruchsvoll erzählt. Am Tag seines Erscheinens führte »Unorthodox« schlagartig die Bestsellerliste der New York Times an und war sofort ausverkauft.

ISBN 978-3-442-71534-3

btb Juli 2017, EURO 10,00

Bernd Sommer & Harald Welzer: Transformationsdesign. Wege in eine zukunftsfähige Moderne

Was brauchen wir für ein gutes Leben? Was können wir weglassen? Wie können die Ressourcen besser verteilt werden? Von der Beantwortung dieser Fragen wird abhängen, ob es gelingt, die Entwicklung der Menschheit so zu »designen«, dass eine lebenswerte Zukunft für alle möglich ist.
Doch was ist zu tun? Unsere Konsummuster zu ändern oder auf alternative Technologien zu setzen, wird nicht reichen; was zur Disposition steht, ist unser komplettes soziales Leben. Wie sich eine »Welt des Weniger« organisieren lässt, dafür hält das Buch ein Bündel an Ideen bereit, von der Gemeinwohlökonomie bis zu den Transition Towns. Es liegt an uns, sie anzuwenden und in lokalen Gemeinschaften zu erproben. Denn nur so lässt sich der Wandel aktiv gestalten und wir müssen nicht fürchten, im Desaster zu enden.

ISBN 978-3-86581-845-4

oekom Verlag 2017, EURO 12,95

Elena Ferrante: Die Geschichte eine neuen Namens

Lila und Elena sind sechzehn Jahre alt, und sie sind verzweifelt. Lila hat noch am Tage ihrer Hochzeit erfahren, dass ihr Mann sie hintergeht – er macht Geschäfte mit den allseits verhassten Solara-Brüdern, den lokalen Camorristi. Für Lila, arm geboren und durch die Ehe schlagartig zu Geld und Ansehen gekommen, brechen leidvolle Zeiten an. Elena hingegen verliebt sich Hals über Kopf in einen jungen Studenten, doch der scheint nur mit ihren Gefühlen zu spielen. Sie ist eine regelrechte Vorzeigeschülerin geworden, muss aber feststellen, dass das, was sie sich mühsam erarbeitet hat, in ihrer neapolitanischen Welt kaum etwas gilt.
Trotz all dieser Widrigkeiten beharren Lila und Elena immer weiter darauf, ihr Leben selbst zu bestimmen, auch wenn der Preis, den sie dafür zahlen müssen, bisweilen brutal ist. Woran die beiden jungen Frauen sich festhalten, ist ihre Freundschaft. Aber können sie einander wirklich vertrauen?
Elena Ferrante hat einen Weltbestseller geschrieben. Ein Gipfelwerk der zeitgenössischen Literatur. Und einen Roman, den man erschüttert und begeistert liest!

ISBN 978-3-518-42574-9

Suhrkamp Verlag 2017, EURO 25,00

Victor Klemperer: Warum soll man nicht auf bessere Zeiten hoffen

Ein außergewöhnliches Leben in unveröffentlichten Briefen
Unvergleichliche Zeugnisse zum ersten Mal gedruckt: Victor Klemperer, weltberühmt geworden durch seine Tagebücher der Jahre 1933 bis 1945, kämpfte als Publizist, Professor, Politiker sein ganzes Leben lang für eine humane Gesellschaft. Was ihn antrieb, erfahren wir nun in seinen Briefen. Sie eröffnen einen neuen Blick auf ein halbes Jahrhundert deutscher Geschichte und auf das Leben eines Mannes, der nicht müde wurde, für seine Überzeugungen einzutreten. Sein Beispiel macht bis heute Mut.

ISBN 978-3-351-03661-4

Aufbau Verlag Juni 2017, EURO 28,00

Ernest Hemingway: De ole Mann un de See

Eins der berühmtesten Bücher der Literaturgeschichte Für diese Novelle über einen elementaren Kampf von Mensch und Natur bekam Hemingway den Pulitzerpreis und den Literatur-Nobelpreis. Der kubanische Fischer Santiago kämpft tagelang auf dem Meer mit einem Riesenfisch, bis er ihn tötet. Wegen der Wunden und der Qual, die der Marlin ihm zufügt, entwickelt Santiago eine geistige Verbundenheit und beginnt, den Fisch Bruder zu nennen. In der dramatischen Auseinandersetzung erkennt und akzeptiert der alte Mann seine eigenen Grenzen. „The Old Man and the Sea“, hier erstmals auf Niederdeutsch übersetzt, ist auch eine Parabel über Hemingways Kampf mit sich selbst als Schriftsteller und als Mann. Die Übersetzung ist doppelt sinnvoll: Einerseits wegen der Verbundenheit der Norddeutschen zum Meer. Andererseits, weil die schmucklose, lakonische Sprache des Autors dem plattdeutschen Erzählen in seiner Gradlinigkeit entgegenkommt.

ISBN 978-3-86940-037-2

Vitolibro Verlag 2017, EURO 12,95